Die Geschäftsstelle liegt am Dominikanerplatz 27. Für BTS ist es die dritte Filiale in Südtirol. Giorgio Fracalossi, Präsident von BTS und zugleich Präsident des Bankverbunds Cassa Centrale, spricht von einer „natürlichen Etappe eines Weges“, der bereits 2010 mit der Präsenz in Lana begonnen und 2018 mit Meran fortgesetzt worden sei. Mit Bozen werde diese Entwicklung nun konsolidiert, sagt Fracalossi gegenüber diesem Medium.<h3> BTS als Ergebnis einer Fusion</h3>BTS ist erst Anfang 2024 in ihrer heutigen Form entstanden. Sie geht auf die Fusion der Cassa di Trento mit der Cassa Rurale Novella e Alta Anaunia zurück. Daraus wurde die Banca per il Trentino-Alto Adige/Bank für Trentino-Südtirol (BTS). Historisch ist das Institut klar im Trentino verwurzelt, wo auch der Großteil der rund 45 Filialen angesiedelt ist. Mit dem neuen Namen trägt die Bank Südtirol inzwischen aber ausdrücklich mit.<BR /><BR />„Wir definieren uns als regionale Bank des Trentino-Südtirol und wollen auch so wahrgenommen werden“, sagt Fracalossi. Man kenne die kulturellen, wirtschaftlichen und sprachlichen Besonderheiten Südtirols. Zur Mannschaft gehörten zweisprachige und deutschsprachige Mitarbeiter, „vor allem aber Menschen, die dieses Gebiet und seine Eigenheiten gut kennen“.<BR /><BR />Die neue Filiale stellt Fracalossi bewusst in Gegensatz zu einem allgemeinen Branchentrend. „In einer Zeit, in der viele Banken ihre physische Präsenz reduzieren, haben wir uns entschieden, in Nähe zu investieren“, sagt er. Digitale Innovation und menschliche Beziehung müssten zusammengehen. BTS wolle moderne Dienstleistungen anbieten, zugleich aber den direkten Kontakt zu Familien, Freiberuflern und Unternehmen erhalten.<BR /><BR /><embed id="dtext86-75113016_quote" /><BR /><BR />Dass der Südtiroler Markt wettbewerbsintensiv ist, weiß Fracalossi. Er sieht aber dennoch Chancen. Südtirol sei wirtschaftlich dynamisch, verfüge über ein starkes Unternehmernetz und eine hoch entwickelte Wirtschaftskultur. „Wir treten auf Zehenspitzen ein, aber mit der Überzeugung, dass wir schon ein Wörtchen mitreden können“, erklärt der BTS-Präsident.<BR /><BR />Eine aggressive Expansion kündigt er nicht an. BTS wolle in Südtirol ausgewogen und nachhaltig wachsen. Nun sei die Basis geschaffen worden, um die Präsenz in Südtirol zu festigen. Weitere Entwicklungen schließe man nicht aus, die Priorität liege aber nicht auf der reinen Zahl der Schalter. „Für uns zählt die Qualität der Präsenz mehr als die Quantität der Filialen“, sagt Fracalossi.<h3> 14 Filialen in Südtirol</h3>Mit der neuen Geschäftsstelle in Bozen kommt die Gruppe Cassa Centrale in Südtirol nun auf insgesamt 14 Filialen. Den Kern bilden die heimischen Institute Raika Ritten und Raika St. Martin in Passeier, die sich vor rund zehn Jahren für den Beitritt zum Verbund entschieden hatten. Hinzu kommen Südtiroler Standorte Trentiner Mitgliedsbanken wie der Cassa Rurale Val di Fiemme – und eben BTS.<BR /><BR />Zur Erinnerung: Nach der Reform des italienischen Genossenschaftsbankensektors von 2016 mussten sich die Banche di Credito Cooperativo, Casse Rurali und Raiffeisenkassen grundsätzlich einem größeren Verbund anschließen. In Südtirol verlief dieser Prozess anders als im übrigen Staatsgebiet: Die meisten Raiffeisenkassen blieben über eine Sonderlösung eigenständig und behielten ihren eigenen Verbund mit dem Raiffeisenverband Südtirol als zentraler Struktur. Nur einzelne Institute entschieden sich für die Cassa Centrale.<h3> Über eine Milliarde Euro Gruppenumsatz</h3>Italienweit ist die Cassa Centrale ein Schwergewicht. Der Verbund mit Sitz in Trient zählt 65 angeschlossene Banken, mehr als 1500 Filialen und über 12.500 Mitarbeiter. Nach eigenen Angaben ist die Cassa Centrale in 1087 italienischen Gemeinden die einzige Bank vor Ort, davon in 227 Gemeinden mit weniger als 3000 Einwohnern. 2025 kam die Gruppe auf 50,9 Milliarden Euro Nettokredite an Kunden, 75,2 Milliarden Euro direkte Kundeneinlagen und 54,5 Milliarden Euro indirekte Kundengelder. Der Jahresgewinn lag bei 1,162 Milliarden Euro.