Insgesamt war das vergangene Jahr dennoch ein weiteres starkes Jahr für die heimische Exportwirtschaft: Waren und Dienstleistungen im Wert von 7,44 Milliarden Euro wurden international abgesetzt – ein Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.<BR /><BR />Besonders bemerkenswert: Das Wachstum wurde erzielt, obwohl die Exporte im Schlussquartal um fast 5 Prozent geringer ausfielen als von Oktober bis Dezember 2023. „Dass die Exportwirtschaft Südtirols im Großen und Ganzen recht gut lief, ist sicher dem Umstand geschuldet, dass die Firmen in viele Länder exportieren und unterschiedlichste Erzeugnisse anbieten. Es gibt keine allzu starken Abhängigkeiten. Diese Diversifikation trägt zur Krisenresistenz bei“, erklärt Georg Lun, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo).<BR /><BR />„Das Exportwachstum stärkt die Unternehmen, die somit hochwertige Arbeitsplätze, Investitionen in der Region und Steuereinnahmen garantieren können, die für die Finanzierung der öffentlichen Dienstleistungen und des Wohlfahrtsstaates und damit für das Wohlergehen im Land von grundlegender Bedeutung sind“, lässt der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Heiner Oberrauch, wissen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-68953918_quote" /><BR /><BR />Die meisten Südtiroler Exporte gingen nach Deutschland (31,4 Prozent), gefolgt von Österreich (10,5 Prozent), den USA (6,9 Prozent), Frankreich (6,7 Prozent) und Schweiz (siehe Interview unten). Die Entwicklungen in den einzelnen Märkten waren dabei unterschiedlich: Während Österreich um 5,4 Prozent weniger aus Südtirol importierte, stiegen die Exporte in die USA um 12,6 Prozent und nach Frankreich sogar um 24,3 Prozent.<BR /><BR />Die Verkaufsschlager waren elektrische Geräte (Ladesäulen für die E-Mobilität zählen hauptsächlich dazu), die mit einem Anteil von 18,9 Prozent am gesamten Exportvolumen. Es folgten Lebensmittel und Getränke (16,5 Prozent), Maschinen und Anlagen (14,8 Prozent) sowie landwirtschaftliche Produkte (11 Prozent). Die höchsten Zuwächse gab es bei elektrischen Geräten und Agrarprodukten (jeweils plus 14,5 Prozent). Dagegen verzeichneten Maschinen (minus 9 Prozent) und Fahrzeuge (minus 8 Prozent) die stärksten Rückgänge.<BR /><BR />„Die Zahlen zeigen deutlich, dass der Automotive-Bereich unter Druck steht. Sie hängt direkt mit der Absatzschwäche der großen Autohersteller in Europa zusammen“, so Lun.<BR /><BR />Inwieweit die Krise in Deutschland und mögliche Handelshemmnisse unter US-Präsident Donald Trump die Exportbilanz Südtirols 2025 stärker belasten werden, ist laut dem Wifo-Direktor noch nicht gänzlich abzusehen. „Es stehen wohl herausfordernde Monate bevor – für manche Betriebe mehr, für andere weniger, je nachdem, in welchen Märkten sie aktiv sind und welche Produkte sie anbieten. Also pauschal von einem Dämpfer für die Exportwirtschaft ausgehen, würde ich nicht.“<BR /><BR /> Es gebe aber auch Potenzial für erfreuliche Wendungen: „Wenn Deutschland, der wichtigste Automarkt Europas, wieder Förderungen für E-Autos einführen würde, wonach es aktuell aussieht, könnte das der Branche wieder neuen Sauerstoff verleihen – mit positiven Effekten auf die Zulieferindustrie in Südtirol.“