<b>STOL: Herr Lun, die Regierung hat die Akzise auf Benzin und Diesel vergangene Woche deutlich gesenkt. Warum sind die Treibstoffpreise in Südtirol dennoch wieder so stark gestiegen?</b><BR /><BR />Georg Lun: Der Rohölpreis an den internationalen Märkten schwankt derzeit beinahe täglich. Das ist auch der Hauptgrund für die starken Preisschwankungen an den Tankstellen. Die Senkung der Akzise um 25 Cent wurde durch die jüngsten Preissteigerungen an den Rohölbörsen gewissermaßen wieder aufgezehrt.<BR /><BR /><embed id="dtext86-74089125_quote" /><BR /><BR /><b>STOL: Ohne diese Maßnahme wäre der Dieselpreis in Südtirol also noch deutlich höher – etwa bei 2,30 Euro pro Liter?</b><BR />Lun: Davon ist auszugehen. Allerdings muss man auch sagen, dass solche Maßnahmen nur begrenzte Wirkung entfalten können, da die Preise an den Märkten stark von Erwartungen beeinflusst werden.<BR /><BR /><b>STOL: Welche Erwartungen sind das konkret?</b><BR />Lun: Einerseits gibt es reale Einschränkungen – etwa, dass aktuell keine Schiffe durch die Straße von Hormus gelangen und somit Erdöl im Iran verbleibt. Andererseits werden die täglichen Preisschwankungen stark durch politische Signale beeinflusst, etwa durch Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump. Diese kurzfristigen Ausschläge haben oft wenig bis gar nichts mit der tatsächlichen Verfügbarkeit von Erdöl zu tun.<BR /><BR /><b>STOL: Trump sprach zuletzt von möglichen Verhandlungen mit dem Iran. Warum führt das nicht zu sinkenden Erdölpreisen?</b><BR />Lun: Es ist ein bekanntes Phänomen: Steigende Rohölpreise werden in der Regel sehr schnell an die Verbraucher weitergegeben. Sinkende Preise hingegen kommen oft verzögert an den Tankstellen an.