Dienstag, 09. Januar 2018

Trump hat wenig zum Wirtschaftsboom beigetragen

Die günstige Wirtschaftsentwicklung in den USA und dem Großteil der Welt ist deutschen Experten zufolge kein Verdienst des seit knapp einem Jahr regierenden US-Präsidenten Donald Trump. „Das hat sehr wenig mit Trump zu tun“, sagte Gustav Horn, Chef des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Donald Trump wertet den Wirtschaftsboom als seinen Erfolg.
Donald Trump wertet den Wirtschaftsboom als seinen Erfolg. - Foto: © LaPresse

Der Aufschwung sei schon vor Trumps Amtsantritt angelaufen. „Er hat diesen Aufschwung nicht gestört“, beschrieb Horn Trumps Verdienst. Ähnlich sieht es der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der Wirtschaft (IW) Michael Hüther. Trump habe allenfalls für „unterhaltsame Irritationen“ gesorgt, „aber bisher sind die wirtschaftlichen Grunddynamiken davon nicht betroffen“.

Einjähriges Amtsjubiläum für Trump

Trump feiert in wenigen Tagen sein einjähriges Amtsjubiläum. Er war mit dem Ziel angetreten, mit seiner Politik des „America first“ (Amerika zuerst) für mehr Wachstum und Jobs in den USA zu sorgen. Ein Kernelement davon, eine einschneidende Steuerreform mit einer kräftigen Absenkung der Steuerlast für Unternehmen und Wohlhabende, hatte er Ende 2017 durchgesetzt. Die US-Wirtschaft hat ihren Aufschwung in den letzten Monaten verstärkt, die Aktienmärkte tendieren immer weiter nach oben. Trump wertet das als Erfolg seiner Politik.

Außer Steuerreform nicht viel erreicht

„Dieser Aufschwung war schon unterwegs, bevor Trump überhaupt gewählt war“, sagt Horn. Hinzu komme, dass der US-Präsident außer seiner Steuerreform bisher so gut wie nichts erreicht habe. „Da ist bislang nur Rhetorik – und davon läuft die US- und die Weltwirtschaft unabhängig.“ Die Steuerreform allerdings könnte längerfristig zu Produktionsverlagerungen in die USA beitragen.

apa/reuters

stol