Montag, 12. März 2018

Trump kündigt Handelsgespräche mit der EU an

US-Präsident Donald Trump hat Verhandlungen mit der EU über niedrigere Zölle auf amerikanische Produkte angekündigt. Die Gespräche mit EU-Vertretern werde Handelsminister Wilbur Ross führen, erklärte Trump auf Montag auf Twitter. Dabei solle es um die „Beseitigung der hohen Zölle und Barrieren” gehen, die die EU gegen die USA anwende, schrieb Trump. Diese Praxis sei nicht fair, so Trump.

Trump ortet unfaire Praxis der EU Foto: APA (AFP)
Trump ortet unfaire Praxis der EU Foto: APA (AFP)

Der US-Präsident hatte in der vergangenen Woche Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte verhängt, die am 23. März in Kraft treten sollen. Die EU drohte daraufhin mit Gegenmaßnahmen.

Vor der Gesprächs-Ankündigung Trumps zeigte sich EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström von Trumps Drohungen im Stahlstreit unbeeindruckt. Der Handel werde zum „Sündenbock” für Probleme der Globalisierung gemacht und als „Waffe eingesetzt”, so Malmström.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) erklärte am Montag vor Beginn des EU-Wettbewerbsrats zur Industriepolitik in Brüssel, sie sei gegen Alleingänge einzelner Staaten. „Ich sehe Europa nicht als schwach” erklärte sie. Zudem ist Schramböck überzeugt, dass die Einigkeit der EU halten werde.

Für die Union gelte es, „neue Handelspartner zu finden”. Schramböck sprach von „privilegierten Wirtschaftspartnern”. Außerdem brauche es eine „klare Außenhandels-Wirtschaftsstrategie für uns in Österreich”. Dies sei etwas, was Österreich selbst tun könne, eine „starke Außenhandelsstrategie zu entwickeln. Das habe ich so nicht vorgefunden. Das tun wir jetzt”. Dabei setze sie vor allem auf mittelständische Unternehmen. Jedenfalls seien „Einzelgänge” als Reaktion auf die amerikanischen Strafzölle nicht angesagt.

Südkorea mobilisiert unterdessen als Reaktion auf die US-Strafzölle alle Kräfte. Die Regierung werde größte Bemühungen unternehmen, um auf die Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump zu reagieren, sagte Finanzminister Kim Dong-Yeon. Seine Regierung hat bereits offiziell eine Ausnahme von den geplanten Abgaben beantragt. Dieser Forderung soll nun auch Handelsminister Kim Hyun-Chong, der am Dienstag in die USA aufbrechen werde, in den USA Nachdruck verleihen.

apa

stol