Es handelt sich um keine unbedeutende Personalie: Die Federal Reserve (Fed) ist die einflussreichste Zentralbank der Welt und übt entsprechend großen Einfluss auf die internationalen Finanzmärkte aus. Sie gilt als unabhängige Institution – ihre geldpolitischen Entscheidungen benötigen weder die Zustimmung des Präsidenten noch anderer Regierungsstellen.<BR /><BR />Gerade diese Unabhängigkeit führte jedoch immer wieder zu Spannungen zwischen dem bisherigen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell und US-Präsident Donald Trump. Der Präsident kritisierte Powell mehrfach scharf und drängte öffentlich auf deutliche Zinssenkungen.<BR /><BR />Nun soll mit Kevin Warsh ein ausgewiesener Finanzexperte an die Spitze der Notenbank rücken. Trump kenne Warsh seit langer Zeit und habe keinerlei Zweifel daran, dass dieser „als einer der Großen an der Notenbankspitze in die Geschichte eingehen“ werde, erklärte der Präsident auf seiner Plattform Truth Social.<h3> Warsh: Schon mit 35 Jahren Fed-Gouverneur</h3>Warsh gilt eigentlich als „Inflation Hawk“, der eher zu einem restriktiveren Zinspfad tendiert, um so die Teuerungsrate in den Griff zu bekommen. Sein Augenmerk liegt mehr auf Preisstabilität, während er vor einer zu lockeren Geldpolitik und Inflationsrisiken warnt – er befürwortet also eher Zinsanhebungen. Warsh soll sich allerdings zuletzt Medienberichten zufolge offen für niedrigere Zinsen gezeigt haben.<BR /><BR />Nach einem Jurastudium hatte Warsh mehrere Jahre lang bei der Investmentbank Morgan Stanley gearbeitet und sich dort mit Fusionen und Übernahmen beschäftigt. 2002 zog es ihn in die Politik, wo er unter dem damaligen republikanischen Präsidenten George W. Bush arbeitete und ihn etwa bei Fragen rund um Kapitalflüsse und Wertpapiere beriet.<BR />Bush nominierte Warsh 2006 als Fed-Gouverneur – mit nur 35 Jahren wurde er dann das jüngste Vorstandsmitglied in der Geschichte der Federal Reserve.