Dienstag, 24. Juli 2018

Trump zeigt sich im Handelsstreit unversöhnlich

US-Präsident Donald Trump hat einen Kurswechsel im Handelsstreit ausgeschlossen. Niemand zocke die USA mehr ab, davon seien die „Handelsbetrüger” in Kenntnis gesetzt worden, sagte Trump am Montag in Washington. „Amerika hisst niemals die weiße Fahne, wir hissen nur die rot, weiß und blaue (amerikanische) Fahne. Die Ära der wirtschaftlichen Kapitulation ist für die Vereinigten Staaten vorbei.”

"Amerika hisst niemals die weiße Fahne", ließ Trump wissen Foto: APA (AFP)
"Amerika hisst niemals die weiße Fahne", ließ Trump wissen Foto: APA (AFP)

Die USA befinden sich nach den Worten Trumps inmitten eines „großartigen wirtschaftlichen Aufschwungs”. 3,7 Millionen Jobs seien seit der Wahl 2017 geschaffen worden, davon allein 370.000 in der verarbeitenden Industrie. Die Stahlindustrie kehre in einem Maße zurück, wie es niemand für möglich gehalten habe, sagte Trump. Man brauche Stahl im Fall eines Notfalles.

Trump hatte im Handelsstreit Sonderzölle auf Einfuhren von Stahl- und Aluminium verhängt. Am Mittwoch wird EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker in Washington erwartet. Er ließ am Montag in Brüssel mitteilen, dass er ohne ein konkretes Angebot kommen werde, es gehe darum, mögliche Spannungen zu „entdramatisieren”, sagte sein Sprecher.

Die EU-Kommission machte damit zwei Tage vor dem Treffen noch einmal deutlich, dass es derzeit kaum Hoffnungen auf eine schnelle Beilegung der aktuellen Handelskonflikts gibt, und dass sogar mit einer weiteren Eskalation durch die Einführung von US-Sonderzöllen auf Autoimporte gerechnet werden muss.

Unterdessen zeigte sich Trump zuversichtlich über eine Einigung mit Mexiko über ein neues Handelsabkommen. „Wir sprechen mit Mexiko über (das Freihandelsabkommen) NAFTA und ich denke, wir werden etwas hinbekommen”, sagte Trump am Montag in einer Rede im Weißen Haus. Den neuen mexikanischen Präsidenten Andres Manuel Lopez Obrador nannte Trump „eine grandiose Person”.

Die USA, Mexiko und Kanada verhandeln seit Monaten über eine NAFTA-Reform. Trump sieht die USA durch das bisherige Abkommen benachteiligt und hat mit einem Ausstieg gedroht. Der Linksnationalist Lopez Obrador hatte nach seinem Wahlsieg ebenfalls Interesse an guten Handelsbeziehungen zum Nachbarn im Norden bekundet.

apa/dpa

stol