Südtirols Exportwirtschaft trat im ersten Halbjahr 2026 auf der Stelle. Waren im Wert von knapp 3,84 Milliarden Euro wurden laut Landesstatistikamt Astat außerhalb Italiens abgesetzt. Das waren rund fünf Millionen Euro oder lediglich 0,1 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Betrachtet man nur das zweite Quartal, gingen die Exporte um 1,1 Prozent zurück.<BR /><BR />Stabil blieb vor allem das Geschäft innerhalb der Europäischen Union. Dorthin gingen im ersten Halbjahr Waren im Wert von rund 2,75 Milliarden Euro, rund 0,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Ausfuhren in Staaten außerhalb der EU gingen dagegen um rund 1,3 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro zurück. Im zweiten Quartal wurde der Unterschied deutlicher: Die Exporte in die EU legten um 1,0 Prozent zu, jene in Nicht-EU-Staaten sanken um 6,1 Prozent.<BR /><BR />Deutlich schwächer entwickelte sich der US-Markt. Bereits im ersten Quartal waren die Südtiroler Ausfuhren dorthin um 25,6 Prozent zurückgegangen. Im zweiten Quartal lag das Minus bei 17,4 Prozent.<BR /><BR />Im gesamten ersten Halbjahr wurden Waren im Wert von rund 230 Millionen Euro in die Vereinigten Staaten exportiert. Ein Jahr zuvor waren es noch knapp 292 Millionen Euro. Damit gingen die Ausfuhren um rund 21 Prozent beziehungsweise gut 61 Millionen Euro zurück.<BR /><BR />Damit verloren die USA als Absatzmarkt an Gewicht: Ihr Anteil an den gesamten Südtiroler Exporten sank im ersten Halbjahr von rund 7,6 auf 6,0 Prozent. Hinter Deutschland und Österreich blieben die Vereinigten Staaten dennoch der drittwichtigste Exportmarkt.<BR /><BR />Zuwächse auf anderen Märkten fingen einen Teil der Verluste auf. Vor allem die Exporte nach Spanien legten stark zu. Im zweiten Quartal stiegen sie gegenüber dem Vorjahr um 79,4 Prozent. Im gesamten Halbjahr ergibt sich ein Plus von rund 52 Prozent auf knapp 205 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von rund 70 Millionen Euro.<BR /><BR />Deutschland blieb im ersten Halbjahr mit rund 1,14 Milliarden Euro und einem Plus von 0,3 Prozent nahezu unverändert. Im zweiten Quartal gingen die Ausfuhren allerdings um 1,2 Prozent zurück. Österreich legte im Halbjahr um rund 2,5 Prozent zu; allein im zweiten Quartal betrug das Plus 10,6 Prozent.<BR /><BR />Auch zwischen den Warengruppen gab es deutliche Unterschiede. Die Exporte von Grundmetallen und Metallerzeugnissen stiegen im ersten Halbjahr um rund 16 Prozent beziehungsweise gut 70 Millionen Euro. Die Fahrzeugexporte gingen dagegen um rund 68 Millionen Euro oder 13 Prozent zurück.<BR /><BR />Rückläufig waren auch die Ausfuhren von Erzeugnissen der Landwirtschaft mit knapp acht Prozent sowie von elektrischen Geräten mit rund sechs Prozent. Bei Maschinen und Apparaten sowie bei Nahrungsmitteln und Getränken fiel das Minus mit jeweils rund ein bis zwei Prozent geringer aus.<h3> „Es muss gehandelt werden“</h3>Für Klaus Mutschlechner, den für Internationalisierung zuständigen Vizepräsidenten des Unternehmerverbandes Südtirol (UVS), hängt das Minus vor allem mit zwei wichtigen Märkten zusammen. In Deutschland mache sich die Krise der Automobilbranche bemerkbar, in den USA wirkten sich die Zölle negativ aus. „Die geopolitischen Unsicherheiten, die die Weltwirtschaft unter Druck setzen, sind eine weitere große Herausforderung für den Export“, betont Mutschlechner.<BR /><BR />Die weltweite Wirtschaftslage gebe Anlass zur Sorge – angesichts steigender Inflation, instabiler Lieferketten und wachsender Zinssätze. „In Anbetracht dieser Entwicklungen ist es umso dringender, Maßnahmen zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu ergreifen. Auf allen Ebenen – auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene – muss gehandelt werden, um die Energiekosten und die Steuerlast zu senken. Umfassende Vereinfachungen und der Abbau von Handelsbarrieren sind anzugehen. Die Stabilität des Exports ist entscheidend, um das Wachstum der Südtiroler Wirtschaft und damit den Wohlstand in Südtirol, zu sichern“, so der UVS-Vize.