Mittwoch, 17. Mai 2017

Tschechien wünscht sich fixen Termin für Euro-Einführung

Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka hat sich dafür ausgesprochen, einen Termin für die Einführung des Euro in Tschechien festzulegen.

Tschechien möchte einen fixen Termin für die Euro-Einführung festlegen.
Tschechien möchte einen fixen Termin für die Euro-Einführung festlegen. - Foto: © shutterstock

In seiner Rede bei der Versammlung der Wirtschaftskammer, aus der die Medien am Mittwoch zitierten, argumentierte er mit der Situation nach den Wahlen in Frankreich und Deutschland dieses Jahr. 

Es sei dadurch offensichtlich, dass sich die Integration der Eurozone beschleunigen werde. Tschechien sollte infolgedessen nicht an den Rand der EU geraten, so Sobotka. „Früher oder später werden wir uns die Frage beantworten, nicht ob, sondern wann wir als Tschechische Republik imstande sein werden, die europäische Gemeinschaftswährung anzunehmen“, sagte Sobotka.

Tschechien möchte nicht in die Peripherie der EU geraten

Im Herbst nach der Bundestagswahl in Deutschland „müssen wir eine intensive öffentliche Debatte darüber führen, wie wir weiter gehen, damit wir nicht an die Peripherie der EU geraten, sondern uns im Kern der EU halten“, so der sozialdemokratische Premier weiter.

Tschechische Politiker hatten sich in den letzten Jahren deutlich zurückhaltender zu einem Beitritt des Landes zur Eurozone geäußert – einschließlich Sobotka. Der Grund waren die Schuldenkrisen einiger Euro-Länder wie Griechenland oder Portugal.

Sobotka hat es nicht eilig

Selbst Sobotka betonte, man müsse sich mit der Euro-Einführung „nicht beeilen“. Er sprach von einem Zeithorizont von „frühestens in fünf bis zehn Jahren“. Einen Termin für die Euro-Einführung festzulegen, gehört nicht zum Programm von Sobotkas Regierung.

Nach den für Oktober geplanten Parlamentswahlen werden die Karten in Tschechien neu gemischt.

dpa 

stol