Deshalb müsse TTIP gestoppt werden, um nicht die nächste Finanzkrise zu bekommen.„Man tut alles, um Deregulierung wieder auf Schiene zu bringen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann wir die nächste Finanzkrise haben“, so Alexandra Stricker von attac Österreich bei einem Pressegespräch am Dienstag in Wien. Ziel sei es, den transatlantischen Markt für Finanzdienstleistungen weiter zu liberalisieren, obwohl die Finanzmärkte in Europa noch zu wenig reguliert seien. „TTIP ist in seiner Gesamtheit zu stoppen“, fordert Stricker.Selbst der US-Finanzminister habe vor einer Aufweichung der strengeren und weiter fortgeschritteneren US-Finanzmarktregulierungen durch TTIP gewarnt, und die Frage gestellt, ob ein Handelsabkommen der richtige Platz sei, um über Regulierungen zu sprechen, so Markus Henn von attac Deutschland. Denn normalerweise gehe der Druck bei Handelsabkommen eher dazu, die Standards abzusenken.TTIP sei eine Bedrohung für die Standards im Finanzmarktbereich und in anderen Bereichen, so Henn. Zudem werde an den alten Konzepten festgehalten. Fraglich sei auch, ob die bisher geschaffenen neuen Regeln vor TTIP Bestand hätten. So sollen etwa in TTIP prinzipiell alle neuen Finanzprodukte zugelassen werden. „Alles soll frei fließen“, so Henn.Besondere Gefahr gehe auch von der geplanten regulatorischen Kooperation aus. Damit könnten europäische und US-amerikanische Banken neue Regulierungspläne schon vor dem eigentlichen Gesetzgebungsprozess torpedieren, so Henn.Auch der geplante Investitionsschutz (ISDS) gefährde staatliche Schutzmaßnahmen gegen Finanzkrisen und somit die Finanzmarktstabilität.„Die Gefahr von Konzernklagen ist bei Maßnahmen gegen Finanzkrisen besonders stark“, so Pia Eberhardt von Corporate Europe Observatory. Schon jetzt würden viele Verfahren wegen Schuldenschnitten, Währungsabwertungen oder Verstaatlichungen von Banken als Folge der Finanzkrise laufen, etwa gegen Griechenland, Belgien, Zypern oder Argentinien.Seien bisher erst 20 Prozent der globalen Investitionen vom Schutz erfasst, wären dies durch TTIP 80 Prozent.apa