Montag, 14. September 2020

Türkei zu Erdgasstreit: Kein Rückzug der „Oruc Reis“

Im Streit um Erdgaserkundungen im östlichen Mittelmeer hat die Türkei die Rückkehr ihres Forschungsschiffes mit Wartungsarbeiten begründet. Der griechische Präsident und die türkische Opposition hätten die Fahrt der „Oruc Reis“ in den Hafen von Antalya fälschlicherweise als Rückzug bezeichnet, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Montag dem türkischen Fernsehsender Ntv.

Das Forschungsschiff „Oruc Reis“ sucht weiter nach Erdgas im Mittelmeer.
Das Forschungsschiff „Oruc Reis“ sucht weiter nach Erdgas im Mittelmeer. - Foto: © APA/afp / OZAN KOSE
Das Forschungsschiff war am Samstagabend nach der international umstrittenen Erkundung von Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer in den türkischen Hafen Antalya zurückgekehrt. Griechenland hatte den Schritt begrüßt. Die türkische Oppositionspartei CHP sah darin ein Zugeständnis.

Die „Oruc Reis“ hatte seit der zweiten Augustwoche im östlichen Mittelmeer vor griechischen Inseln und westlich von Zypern nach Erdgas gesucht. Der Einsatz wurde mehrmals und zuletzt bis zum 12. September verlängert. An der Mission hat sich ein lange schwelender Streit um Erdgas zwischen Griechenland und der Türkei wieder entzündet ( STOL hat berichtet).

Erdgaserkundungen gehen weiter

Die Erdgaserkundungen der Türkei im östlichen Mittelmeer gehen jedoch weiter: Das türkische Forschungsschiff Yavuz bohrt im Südwesten der Insel Zypern nach Erdgas, die ebenfalls türkische Barbaros führt seismologische Untersuchungen östlich der Insel Zypern durch. Die Einsätze würden weiterhin fortgesetzt, sagte Cavusoglu.

Ankara argumentiert, dass das Gebiet, in dem das Schiff nach Erdgas sucht, zum türkischen Festlandsockel gehört und das Land damit das Recht auf Ausbeutung hat. Der Türkei sind aber die griechischen Inseln Rhodos und Kastelorizo vorgelagert, weshalb das EU-Mitglied Griechenland das Seegebiet für sich beansprucht. Einen ähnlichen Konflikt gibt es um die Insel Zypern, vor deren Küste schon reiche Erdgasvorkommen entdeckt wurden.

dpa

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