Dienstag, 03. Juli 2018

Uber-Rivale Lyft kauft Anbieter von Leih-Fahrrädern

In seinem Kerngeschäft mit der Vermittlung von Fahrdiensten liegt das Start-up Lyft noch weit hinter Branchenprimus Uber zurück. Aber bei Leih-Fahrrädern könnte ein Zukauf den kleinen Konkurrenten zumindest in den USA nach vorne bringen.

Motivate betreibt unter anderem die Citibike-Leihräder in New York und Fords GoBike-Service in San Francisco.
Motivate betreibt unter anderem die Citibike-Leihräder in New York und Fords GoBike-Service in San Francisco. - Foto: © APA/AFP

Die Fahrdienst-Vermittler Uber und Lyft sind jetzt auch Konkurrenten im Geschäft mit Leih-Fahrrädern. Lyft kauft die Firma Motivate, die rund 30.000 Fahrräder in acht US-Städten hat. Der Preis lag nach Informationen des „Wall Street Journal“ bei 250 Mio. Dollar (215 Mio. Euro).

Uber hatte im Frühjahr das Start-up Jump gekauft, bei dem man Elektrofahrräder mieten kann. Die orangefarbenen E-Bikes von Jump sollen spätestens ab Ende des Sommers auch in Berlin verfügbar sein.

Uber und Lyft wollen sich fest im Alltag der Nutzer verankern

Motivate betreibt unter anderem die Citibike-Leihräder in New York und Fords GoBike-Service in San Francisco. Laut Lyft wurden im vergangenen Jahr mit Motivate rund 80 Prozent aller Fahrten mit Leihrädern in der USA gemacht.

Hinter den Zukäufen steht der Plan, mehr als nur Fahrdienste mit dem Auto anzubieten. So will Uber zur App werden, über die Nutzer den Weg mit allen möglichen Fortbewegungsmitteln planen können, zum Beispiel auch mit dem öffentlichen Nahverkehr. Fährt man Bus, würde Uber zwar nichts verdienen – hofft aber, sich so fest im Alltag der Nutzer verankern zu können.

Lyft bisher nur in den USA und Kanada aktiv

Motivate habe im vergangenen Jahr rund 100 Mio. Dollar Umsatz erwirtschaftet, berichtete das „Wall Street Journal“. Rund die Hälfte davon sei aus Sponsoren-Deals gekommen, bei denen Firmen ihre Logos auf die Fahrräder bringen. Um nicht rund 600 Mitarbeiter von Motivate übernehmen zu müssen, die von einer Gewerkschaft vertreten werden, bleiben Aufgaben wie Wartung bei einer eigenständigen Firma, die den alten Namen behält.

Lyft ist bisher nur in den USA und Kanada aktiv, während Uber weltweit agiert – und auch die Jump-Räder in vielen Ländern auf die Straßen bringen will.

apa/dpa

stol