Der Krieg im Nahen Osten trifft die Verbraucher seit Tag eins unmittelbar im Geldbeutel. Die Blockade der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus und Angriffe auf Ölförderanlagen haben die Energiepreise in die Höhe getrieben. Dies hat Mineralölkonzerne dazu veranlasst, an der Preisschraube zu drehen. <h3>Mehrkosten von 16,5 Millionen Euro</h3>Wie hoch die Preise an den Zapfpistolen gestiegen sind, zeigt eine Erhebung des Verbraucherverbandes Codacons: Zwischen dem 28. Februar und dem 14. März sind die Preise für Diesel italienweit um 18,5 Prozent gestiegen. Das entspricht einem Plus von 32 Cent pro Liter und 16 Euro pro Tankladung (50 Liter). Die Preise für Benzin haben sich hingegen etwas moderater um 9,1 Prozent verteuert, eine Steigerung um 15,3 Cent pro Liter bzw. 7,60 Euro pro Tankladung.<BR /><BR />Rechnet man diese Aufschläge auf den täglichen Absatz an den Tankstellen hoch – in Italien werden pro Tag etwa 40,1 Millionen Liter Diesel und 23,9 Millionen Liter Benzin verkauft –, ergibt sich folgendes Ergebnis: Die Autofahrer geben täglich rund 16,5 Millionen Euro mehr aus als vor Ausbruch der Krise. <h3> Mehreinnahmen von 9,5 Millionen Euro für den Staat</h3>Am Treibstoffverkauf verdient auch der Staat ordentlich mit. Bekanntlich machen die Mehrwertsteuer und die Verbrauchssteuer (Akzise) rund 58 Prozent des Preises aus. In die Staatskasse fließen dadurch pro Tag rund 9,5 Millionen Euro mehr ein. <BR /><BR />Den Vorwurf der Bereicherung auf Kosten der Steuerzahler will die Regierung Meloni nicht auf sich sitzen lassen und hat bereits angekündigt, Maßnahmen zu ergreifen, um Familien und Unternehmen bei den höheren Treibstoffpreisen zu entlasten. <h3> lvh: „Steuerliche Belastung senken“</h3>Auch der Handwerkerverband (lvh) fordert ein rasches politisches Handeln. „Wenn zu den internationalen Preisschwankungen noch eine überdurchschnittliche Steuerlast hinzukommt, geraten viele Betriebe schnell an ihre wirtschaftlichen Grenzen“, warnt lvh-Präsident Martin Haller in einer Aussendung. <BR /><BR />Denn steigende Energie- und Treibstoffpreise bremsen zunächst Investitionen und erschweren Planungssicherheit für kleine und mittlere Betriebe, warnt der lvh. Zudem sind steigende Energiekosten ein Inflationstreiber: Teurer Treibstoff bedeutet auch teurere Transportkosten, was zwangsläufig zu einer Kettenreaktion führt: Höhere Logistikkosten schlagen zeitversetzt auf die Preise für Lebensmittel und Konsumgüter durch, wodurch die Teuerung weiter angeheizt wird.