Dienstag, 15. Oktober 2019

Das sind Südtirols reichste und ärmste Gemeinden

Im Vorjahr haben genau 423.272 Südtiroler dem Fiskus ihre Einkommen gemeldet. Zusammengekommen sind dabei 10,1 Milliarden Euro. Mit einem Schnitt von 23.845 Euro an erklärtem Einkommen pro Steuerzahler steht die Autonome Provinz Bozen im regionalen Vergleich an 2. Stelle, gleich hinter der Lombardei. Auffällig im Land sind die erheblichen Einkommensunterschiede zwischen Gemeinden und Bezirken.

Auch  wenn das Durchschnittseinkommen in Südtirol hoch ist, bekommt das der Einzelne nicht umgehend zu spüren.
Badge Local
Auch wenn das Durchschnittseinkommen in Südtirol hoch ist, bekommt das der Einzelne nicht umgehend zu spüren. - Foto: © dpa
Das Arbeitsförderungsinstitut AFI nimmt jedes Jahr die vom Ministerium für Wirtschaft und Finanzen veröffentlichten Daten der Einkommenssteuererklärungen unter die Lupe. Im Jahr 2018 haben genau 423.272 Südtiroler dem Fiskus ihre Einkommen aus dem Jahr 2017 gemeldet – in Summe 10,1 Milliarden Euro bzw. 23.845 Euro pro Steuerzahler im Schnitt. Im regionalen Vergleich reiht sich Südtirol an die 2. Stelle, übertroffen nur von der Lombardei (24.715 Euro).





Auffälliges Ost-West-Gefälle

Mit Blick auf das im Schnitt gemeldete Einkommen weisen Südtirols Gemeinden erhebliche Unterschiede auf. „Dahinter verbergen sich unterschiedliche strukturelle Gegebenheiten, aber auch Sonderfälle wie z.B. Grenzpendler und vielfach recht erfolgreiche Strategien der Steuervermeidung“, so der AFI-Forscher Friedl Brancalion.

Die 5 Gemeinden mit dem höchsten durchschnittlichen Einkommen pro Steuerzahler sind Corvara in Badia (28.506 Euro), Bruneck (28.158 Euro), Pfalzen (28.150 Euro), Wolkenstein in Gröden (27.487 Euro) und Eppan (27.245 Euro).

Die Landeshauptstadt Bozen fällt im Vergleich zum Vorjahr vom 9. auf den 14. Rang zurück (25.935 Euro). Am unteren Ende der Rangliste kommt der Westen ins Spiel. Steuerliche Schlusslichter sind die Vinschger Gemeinden Kastelbell-Tschars (13.725 Euro), Laas (13.759 Euro), Taufers im Münstertal. (14.223 Euro), Martell (14.360 Euro) und Latsch (15.628 Euro).

Generalüberholung der Katasterwerte fällig


Trotz einer blühenden Tourismuswirtschaft und einer Obstwirtschaft fast auf industriellem Niveau erklären weniger als 10.000 Euro brutto pro Jahr: 56,1 Prozent der Steuerzahler in der Gemeinde Kastelbell-Tschars, 52,7 Prozent in Laas, 48,0 Prozent in Latsch, 45,6 Prozent in Taufers i. M. und 44,7 Prozent in Martell.

Die Katasterwerte müssten dringend an die Alltagsrealität angepasst werden, unterstreichen die AFI-Vertreter. Die anstehende Nachbesserung des Raumordnungsgesetzes würde eine Chance für mehr steuerliche Fairness in Südtirol bieten.

stol