Der russische Staatskonzern Gazprom pumpe jeden Tag 75 Millionen Kubikmeter weniger Gas in die Pipelines als vereinbart, sagte Energieminister Juri Boiko am Freitag in Kiew nach Medienangaben. Gazprom hatte am Vortag Lieferkürzungen dementiert und die Ex-Sowjetrepublik seinerseits indirekt beschuldigt, illegal Gas aus Transitleitungen abzuzapfen.Kiew hingegen beteuert, alle Verträge zu erfüllen. Allerdings sagte der ukrainische Regierungschef Nikolai Asarow, das finanziell angeschlagene Land habe allein an den vergangenen drei Tagen wegen der Eiseskälte etwa eine Milliarde Kubikmeter Gas verfeuert. Diese Menge würde sonst zwei Wochen reichen, sagte Asarow.„Die Ukraine trägt als Transitland für Erdgas eine besondere Verantwortung“, sagte Präsident Viktor Janukowitsch. Er warf Russland vor, mit hohen Gaspreisen die nationale Sicherheit der Ukraine zu gefährden. Zwischen den Nachbarländern gibt es immer wieder Streit um Gaslieferungen und -preise.Gazprom liefert nach eigenen Angaben wegen der extremen Kälte mehr Gas als sonst Richtung Westen. Dennoch klagten Abnehmer in mehreren europäischen Ländern über massive Einschränkungen bis zu 30 Prozent.