Dienstag, 28. Juli 2015

Um das Sanieren zu vereinfachen: Land streckt Geld vor

Wer saniert, kann vom Staat 50 Prozent der Steuern rückvergütet bekommen. Und das bezogen auf zehn Jahre. Damit die Wohnungs-Sanierer diese Summe nicht vorstrecken müssen, stellt das Land nun zusätzliche finanzielle Hilfe bereit.

Steuervorschüsse des Landes für Sanierung: Zusätzlich 13 Millionen Euro
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Steuervorschüsse des Landes für Sanierung: Zusätzlich 13 Millionen Euro - Foto: © shutterstock

Seit einem Jahr springt das Land bei der Sanierung von privaten Erstwohnungen mit einem speziellen Vorschuss auf die Steuergutschriften ein. Denn auch wenn 50 Prozent der Kosten einer Sanierung von maximal 96.000 Euro bei Sanierungen privater Wohnungen von der Steuerschuld abgezogen werden können, so geht das berechnet auf zehn Jahre. 

Doch nicht jeder, der saniert, kann in Vorkasse gehen.

Land streckt Geld vor

Daher kann beim Land seit 1. Juli 2014 um ein zinsloses Darlehen mit einer Laufzeit von zehn Jahren und zur Deckung von 50 Prozent der angefallenen oder anfallenden Kosten für die Sanierung angesucht werden. Berechnet wird dies aufgrund der Höhe der Steuerabzüge, die aus der Steuererklärung ersichtlich sind.

Zur Finanzierung der Vorschüsse hat das Land einen Rotationsfonds in der Höhe von 12 Millionen Euro eingerichtet. Landeshauptmann Arno Kompatscher hatte bereits angekündigt, den Betrag zu erhöhen, falls dies wegen starker Nachfrage notwendig werden sollte.

"Die Nachfrage nach dieser Förderung war sehr gut. Durch den Vorschuss sind Anreize geschaffen worden, dass nun viele Bürger ihre Wohnung sanieren und gleichzeitig sind viele Aufträge an Handwerksbetriebe erteilt worden", stellt Landeshauptmann Kompatscher fest.

13 Millionen Euro mehr

Aufgrund der zahlreichen Anfragen und des großen Interesses an dieser Förderung hat die Landesregierung deshalb beschlossen, dafür 13 Millionen zusätzlich zur Verfügung zu stellen.

"Ein Vergleich mit jenen Gebieten in Italien, in denen keine entsprechende Förderung zur Verfügung gestellt wird, zeigt, dass dort auch die Steuergutschriften des Staates für die Sanierung weniger genutzt werden", stellte Kompatscher fest.

Finanzielle Abwicklung macht Inhouse-Gesellschaft Südtirol Finance AG 

Außerdem wurde Wohnbaulandesrat Christian Tommasini von der Landesregierung ermächtigt, eine Vereinbarung zwischen dem Land und der Südtirol Finance AG zu treffen, mit der der Gesellschaft die finanzielle und buchhalterische Abwicklung und Verwaltung der Geldmittel für die Vorschüsse zur Sanierung von privaten Wohnungen übertragen wird.

Alle bürokratischen Aufgaben, wie die Bearbeitung der Ansuchen, Überprüfung der Voraussetzungen und Berechnung der Beitragshöhe obliegen weiterhin dem Landesamt für Wohnbau. Dieses dokumentiert zudem die Auszahlungen und setzt den Kreditvertrag für die Beitragsempfänger auf.

stol/lpa

stol