Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten monatlichen Stimmungsbarometer der Bank of America Merrill Lynch hervor, eine der wichtigsten Umfragen in der Investmentbranche. Die Bank hatte Anfang August 173 Fondsmanager weltweit nach ihren Anlagestrategien befragt. Wichtigstes Ergebnis: Die Investoren sitzen zwar weiter auf vergleichsweise hohen Cash-Positionen. Doch sie schichten mehr und mehr in Aktien um, weil sie die künftigen Konjunkturaussichten positiver beurteilen.Demnach glauben 15 Prozent der Befragten, dass sich die Weltwirtschaft in den kommenden zwölf Monaten erholen wird. Bei der letzten Umfrage im Juli hatte noch eine ähnlich große Gruppe – 13 Prozent – auf eine Verdüsterung der Konjunkturaussichten getippt. Doch seither hat sich die Tonart der EZB geändert: Deren Chef Mario Draghi machte Anfang des Monats klar, dass die Zentralbank bei Bedarf mit massiven Interventionen an den Anleihemärkten in die Vollen gehen würde, um schwergewichtige Schuldenländer wie Spanien und Italien aus der Schusslinie zu nehmen und den Euro zu retten.Die große Mehrheit der Befragten erwartet nun auch konkrete Taten und geht deshalb wieder mehr Risiken ein, um zum Jahresende noch ein bisschen mehr Rendite einzustreichen. Die Studie zeigt aber auch, dass die Investoren bei Aktien vor allem auf kurzfristige Kursgewinne setzen, nicht auf einen langfristigen Stimmungsumschwung. Ihnen fehlt der Mut, bei Bankaktien und zyklischen Werten zuzugreifen. Gary Baker, einer der Autoren der Studie, warnte denn auch: Das Enttäuschungspotenzial an den Märkten sei hoch, wenn Draghi bis Jahresende nicht liefere. apa/reuters