Freitag, 29. Mai 2015

Umsatzsteuer: EU sagt Nein zum Reverse-Charge

Ein klares Nein zum Reverse-Charge-System für große Vertriebsgesellschaften sprach die Europäische Union (EU) kürzlich aus – ein Signal das vom Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh) eindeutig begrüßt wird.

Die Umkehrung der Steuerschuldnerschaft (int.: Reverse-Charge) ist eine Spezialregelung im Umsatzsteuerrecht, nach der nicht der leistende Unternehmer, sondern der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer zu entrichten hat.
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Die Umkehrung der Steuerschuldnerschaft (int.: Reverse-Charge) ist eine Spezialregelung im Umsatzsteuerrecht, nach der nicht der leistende Unternehmer, sondern der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer zu entrichten hat.

Reverse-Charge ist eine Spezialregelung im Umsatzsteuerrecht, nach der nicht der leistende Unternehmer, sondern der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer zu entrichten hat.

„Der Umsatzsteuerbetrug muss auf andere Weise bekämpft werden. Ich hoffe, dass nun auch in Italien alternative Maßnahmen angedacht werden“, unterstreicht lvh-Präsident Gert Lanz das Urteil der EU.

Regelung nicht auf Kosten der Betriebe

"Das Handwerk unterstützt ausdrücklich das Ziel der Europäischen Kommission, den Mehrwertsteuerbetrug effizienter zu bekämpfen, allerdings nicht auf Kosten der Betriebe“, erklärt der Präsident des Wirtschaftsverbandes für Handwerk und Dienstleister Gert Lanz.

Umso mehr begrüßt der Verband die Ablehnung der EU gegen das Reverse-Charge-System für große Vertriebsgesellschaften.

Mehrwertsteuerbetrug zu stoppen

„Die Umkehrung der Steuerschuldnerschaft ist nur dann akzeptabel, sofern es durch die regulären Kontrollen keine Möglichkeiten mehr gibt, den Mehrwertsteuerbetrug zu stoppen“, so Lanz.

Die Entscheidung der EU sei ein klares Zeichen, dass hinsichtlich dieser Thematik falsche Maßnahmen gesetzt worden seien. Nun sei auch Italien an der Reihe, die seit 1. Januar 2015 und mit dem Stabilitätsgesetz eingeführten neuen Bestimmungen Reverse Charge und Split Payment zu überdenken.

Split Payment ein Dorn im Auge

Auch weil das neue Zahlungssystem den italienischen Unternehmen rund 230 Millionen Euro kosten soll. Eine Summe die schlichtweg inakzeptabel sei, wie Lanz unterstreicht.

„Maßnahmen zur Eindämmung des Mehrwertsteuerbetruges müssen effizient sein und dürfen keine weitere Belastung für Italiens Betriebe darstellen, schon gar nicht, wenn sie dadurch in weitere Liquiditätsengpässe geraten“, so der Verbandspräsident.

Gemeinsam mit dem nationalen Dachverband Confartigianato  werde man sich auch weiterhin gegen das Reverse-Charge-System und das Split Payment wehren.

stol

stol