Dienstag, 18. August 2020

UN-Tourismusorganisation warnt vor zu harschen Beschränkungen

Die Welttourismusorganisation UNWTO hat angesichts neuer Einschränkungen des Tourismus in der Coronakrise vor zu harschen Maßnahmen gewarnt. Die Regierungen hätten zwar die Pflicht, die Gesundheit der Menschen zu schützen, aber sie hätten auch eine Verantwortung für die Wirtschaft und die Einkommen der Menschen, schrieb UNWTO-Generaldirektor Surab Pololikaschwili am Dienstag.

Viele Menschen leben vom Tourismus und sind wirtschaftlich stark von ihm abhängig.
Viele Menschen leben vom Tourismus und sind wirtschaftlich stark von ihm abhängig. - Foto: © shutterstock
„Viel zu lange und an zu vielen Orten wurde zu sehr auf die erste Aufgabe geachtet. Und jetzt zahlen wir den Preis dafür“, fügte der Georgier in einer Mitteilung der UN-Sonderorganisation mit Sitz in Madrid hinzu.

Spanien besonders betroffen

Die Reisebeschränkungen wegen Corona hätten allein schon zwischen Jänner und Mai weltweit Verluste von 320 Milliarden US-Dollar (270 Mrd. Euro) verursacht. In Europa ist vor allem Spanien vom Einbruch des Tourismus betroffen. Die Furcht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus sowie Zwangsquarantäne für Rückkehrer aus Spanien etwa in Großbritannien oder die Reisewarnung Deutschlands für fast das ganze Land mit Mallorca haben die Branche an den Rand des Ruins gebracht.

Viele Menschen von Tourismussektor abhängig

Tourismusunternehmen hatten die Reisewarnung für Mallorca kritisiert. Es sei bedauerlich, dass es eine Reisewarnung für die ganze Urlaubsinsel gebe statt nur für die Stadt Palma oder regional betroffene Orte der Insel. Die UN-Sonderorganisation betonte, die Öffnung von Grenzen für den Tourismus bringe Millionen Menschen, die von diesem Sektor abhängig seien, große Erleichterung.

Klare und einheitliche Botschaften weltweit

In diesen unsicheren Zeiten brauchten die Menschen weltweit starke, klare und einheitliche Botschaften. Was sie nicht brauchten, seien politische Entscheidungen, die die Tatsache ignorierten, dass nur alle zusammen die Herausforderung bestehen könnten, mahnte der Leiter der UN-Organisation. Ein sicherer Tourismus sei bei Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen möglich.

apa/dpa