Dienstag, 06. April 2021

Unerwartete Quarantänepflicht ein „enormer Rückschlag“

Wintersaison ausgefallen, Ostergeschäft abgesagt – für Südtiroler Touristiker war die Aussicht auf die Öffnung der Hotels ab dem 7. April ein Lichtblick. Doch am Wochenende wurde bekannt: Die verschärften Einreisebestimmungen nach Italien, die über Ostern galten, werden bis Ende April verlängert. „Eine absolute Katastrophe, nicht nachvollziehbar, totale Ineffizienz“, sagt HGV-Präsident Manfred Pinzger.

Die verlängerte Quarantänepflicht hat den Frühlingsurlaub empfindlich gestört: Bis wieder Touristen über den Tappeinerweg (im Bild) flanieren, wird es wohl noch eine Weile dauern.
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Die verlängerte Quarantänepflicht hat den Frühlingsurlaub empfindlich gestört: Bis wieder Touristen über den Tappeinerweg (im Bild) flanieren, wird es wohl noch eine Weile dauern. - Foto: © www.smg.bz.it / IDM Südtirol/Stefan Schütz
Italien hat seine über Ostern verschärften Einreisebestimmungen verlängert. Die Quarantänepflicht für Einreisende aus EU-Mitgliedsländern gilt nun bis Ende April. Einreisende aus EU-Ländern müssen weiterhin nicht nur einen negativen Coronatest vorlegen, sondern auch für 5 Tage in Quarantäne. Am Ende der verpflichtenden Heimquarantäne muss ein weiterer Covid-Test durchgeführt werden. Dies wurde am Wochenende bekannt – wenige Tage vor der geplanten Hotel-Öffnung am 7. April.

Zwar hätte sich die Öffnung nur für wenige Betriebe rentiert – „der eine oder andere Schweizer, Österreicher und Deutsche wäre aber doch in den Meraner, Bozner und Überetscher Raum gekommen. Besonders Stammgäste haben Interesse bekundet“, weiß Manfred Pinzger. Die Verordnung aus Rom sei unerwartet gewesen, ein „enormer Rückschlag“.



„Bei allem Respekt – wir verurteilen die extreme Kurzfristigkeit, die die gesamte Planung eines Beherbergungsbetriebes über den Haufen wirft. Die Betriebe haben Personal organisiert, Buchungen entgegengenommen, Waren eingekauft. Am Tag, bevor die Leute anreisen hätten können, ist die Meldung durch die Medien erst so richtig publik geworden. Das ist für uns eine katastrophale Situation. So etwas muss man frühzeitiger kommunizieren“, sagt Pinzger.

Einige der Betriebe haben ihre geplante Öffnung denn auch wieder abgeblasen. „Heute Vormittag haben wir umgehend den Landeshauptmann, Federalberghi und Confcommercio schriftlich um Intervention ersucht. In der Staat-Regionen-Konferenz tauscht sich der Landeshauptmann ja inzwischen täglich mit Ministern und dem Regierungschef aus.“ Viel Hoffnung habe man aber nicht, so Pinzger.

kn