Mittwoch, 08. Juli 2015

Ungenützte Wärme schon bald zum Heizen verwenden

Ungenützte Industriewärme künftig beim Heizen einzusetzen, ist das Ziel eines Projektes der EURAC. Am Dienstag fiel der Startschuss für das Vorhaben beim Treffen der Projektpartner.

Das Auftakttreffen der Projektpartner an der EURAC.
Badge Local
Das Auftakttreffen der Projektpartner an der EURAC. - Foto: © STOL

Bei vielen Industrieprozessen und beim Regulieren von Kühlanlagen wird Wärme abgesondert. Diese Industriewärme verschwindet normalerweise ungenützt in der Atmosphäre. Die Studien der EURAC möchten genau das verhindern und diese Wärme nutzen.

Derzeit funktionieren Fernwärmenetze nur bei hohen Temperaturen um die 90 Grad Celsius. Die einzelnen Gebäude sind an große Heizkraftwerke gebunden.

Eingesparte Energie

Das EURAC-Institut für Erneuerbare Energien hat sich zum Ziel gesetzt bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad Celsius arbeiten zu können. „Indem wir bei der Verteilung mit niedrigen Temperaturen arbeiten, reduziert sich auch der große Wärmeverlust in den unterirdischen Leitungsrohren, was das gesamte Netz künftig effizienter machen würde“, so Roberto Fedrizzi, Studienleiter im Projekt „FLEXYNETS“.

„Wir arbeiten daran die Fernwärme und Fernkühlung von Morgen zu entwickeln. Dabei sollen bestehende Systeme keinesfalls ersetzt, sondern vielmehr in neue Konzepte integriert werden: Die Heizwärme - beispielsweise aus der Müllverbrennungsanlage – soll durch Wärme ergänzt werden, die in verschiedenen alltäglichen Prozessen produziert wird und derzeit ungenutzt verpufft“, erklärt Fedrizzi.

Energieverbrauch um 80 Prozent senken

Laut Experten würde der Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser um 80 Prozent gesenkt werden. Der Energieaufwand beim Kühlen von Gebäuden würde sich um 40 Prozent verringern.

Würde sich dieses Projekt auf ganz Europa ausweiten, so könnten bis 2030 fünf Millionen Tonnen des derzeitigen CO2-Ausstoßes eingespart werden.

Das dreijährige Projekt widmet sich nun dem Entwickeln der Technologie. Daran schließt sich eine Testphase an, welche 2016 beginnen soll. Es werden Strategien entwickelt, in denen die neuen Technologien in die bereits bestehenden städtischen Systeme integriert werden.

Das europäische Forschungsprogramm Horizon 2020 finanziert das Projekt mit zwei Millionen Euro.

stol

stol