Mittwoch, 17. Januar 2018

Unibz: Kaffeepulver aus gebrauchten Kapseln

Vielfach entstehen Ideen am Arbeitsplatz im Gespräch an der Kaffeemaschine. So geschehen an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik im Forschungsteam für Lebensmittelwissenschaften und -technologien, koordiniert von Prof. Matteo Scampicchio.

Die Forschungsgruppe hat aus gebrauchten Kapseln Kaffee hergestellt. - Foto: UniBZ
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Die Forschungsgruppe hat aus gebrauchten Kapseln Kaffee hergestellt. - Foto: UniBZ

Das Forschungsteam hat eine Studie durchgeführt, um die Abfallmengen bei verwendeten Kapseln zu reduzieren. Kaffeepulverabfälle werden erneut der Lebensmittelindustrie zugeführt, um natürliche Antioxidantien und Lipide zu extrahieren.

Recycling als Herausforderung

„Noch nie war eine Kaffeepause so ergebnisorientiert: Während wir unter Kollegen unseren Espresso aus einer Maschine schlürften, scherzten wir über das schlechte Gewissen bezüglich der großen Abfallmengen", erläutert Prof. Scampicchio. „Dann fragten wir uns fast als Herausforderung, ob es möglich sei, neben dem Recycling von Aluminium oder Kunststoff auch die gebrauchten Kaffeekapseln wiederzuverwerten". Es gibt bereits verschiedene Recyclingprojekte, auch Projekte zur Herstellung kompostierbarer Kapseln. Mit der Frage jedoch, ob selbst Kaffeepulver nach der Zubereitung des Espresso-Kaffees wiederzuverwerten sei, hat sich bisher noch niemand beschäftigt.

Die Forscherin Giovanna Ferrentino und der Südtiroler Student Sebastian Imperiale, begannen im Lebensmittellabor der Freien Universität Bozen zu experimentieren.

EU drängt auf nachhaltige Nahrungsproduktion 

„Es ist ein ebenso wichtiges wie innovatives Experiment", so Prof. Matteo Scampicchio: „Die EU drängt zunehmend auf eine nachhaltige, umweltfreundliche und arbeitsplatzschaffende Nahrungsmittelproduktion.

Die Universität erachtet es als ihre Aufgabe, in diesem Bereich zu forschen und Unternehmen die Daten zur Verfügung zu stellen, um sie bei der Entwicklung neuer Verfahren für die Rückgewinnung von Produktionsabfällen, bei der Entwicklung gesünderer und natürlicherer Lebensmittel und Inhaltsstoffe sowie beim Einsatz nachhaltigerer Technologien zu unterstützen. Ein gutes und ökologisch nachhaltiges Beispiel stellt der Kaffeeabfall dar.”

stol

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