Samstag, 03. September 2016

UniCredit lässt Überlappung von Kapitalerhöhung mit Monte Paschi kalt

UniCredit-Chef Jean-Pierre Mustier befürchtet bei der geplanten Kapitalerhöhung keine Konkurrenz durch Monte dei Paschi di Siena. „Ich mache mir gar keine Sorgen, ich arbeite an einem strategischen Plan für UniCredit, den wir bis Jahresende vorstellen wollen“, sagte der Chef der Bank-Austria-Mutter am Samstag am Rande eines Forums im Norden Italiens.

Symbolbild
Symbolbild - Foto: © LaPresse

Es wird damit gerechnet, dass er die Kapitalerhöhung Anfang des kommenden Jahres angehen wird. Analysten zufolge könnte sie ein Volumen zwischen sieben bis acht Milliarden Euro haben.

Monte dei Paschi braucht fünf Milliarden

Das angeschlagene Bankhaus Monte dei Paschi hat ähnliche Pläne. Das älteste Geldhaus der Welt muss bis Ende des Jahres fünf Milliarden Euro an frischem Kapital einsammeln. In Bankenkreisen heißt es jedoch, dass es ebenfalls Anfang 2017 werden könnte.

UniCredit versucht die immer dünner werden Kapitaldecke auch mit dem Verkauf von Beteiligungen zu stopfen. So steht unter anderem der Anteil an der polnischen Bank Pekao zur Disposition. Insidern zufolge ist ein Deal mit dem führenden polnischen Versicherer PZU denkbar. Es gebe aber Differenzen beim Preis.

Regierung begrüßt Verkauf an PZU

Auch die polnische Regierung befürwortet den Verkauf an PZU. Allerdings müsse ein fairer Preis erzielt werden, und der beinhalte einen Aufschlag, sagte Finanzminister Pawel Szalamacha am Rande des selben Forums in Italien.

Die Prämie trage der Tatsache Rechnung, dass man mit dem Anteilskauf auch die Kontrolle bei Polens zweitgrößter Bank habe. Die national-konservative, EU-kritische Regierung in Warschau stört sich daran, dass fast 60 Prozent der heimischen Bankenbranche von ausländischen Investoren kontrolliert wird. Dies soll geändert werden.

apa/reuters

stol