Dienstag, 22. November 2016

UniCredit will nicht mehr für Alitalia in die Tasche greifen

Die Bank-Austria-Mutter UniCredit ist nicht mehr bereit, die defizitäre Alitalia finanziell zu unterstützen.

Foto: © APA/AP

Die Fluglinie Etihad, mit 49 Prozent größter Aktionär der italienischen Airline, macht zwar Druck auf die Bank für eine Geldspritze zur Rettung der Alitalia. Doch UniCredit und Intesa, die zu den italienischen Aktionären Alitalias zählen, stellen sich taub, berichtete „Il Messaggero“.

Der Aufsichtsrat der Alitalia tagt am morgigen Mittwoch und berät über Strategien zur Deckung von Verlusten in Höhe von über 400 Mio. Euro, die die Airline 2016 angesammelt haben dürfte.

UniCredit hält eine 12,99-prozentige Beteiligung an Alitalia Cai, einem Konsortium italienischer Aktionäre, das nach der arabischen Airline Etihad der zweitgrößte Aktionär der italienischen Airline ist. Alitalia Cai will jedoch nicht mehr zur Rettung der Airline finanziell beitragen.

Alitalias CEO Cramer Ball sucht nach Lösungen zur Rettung der Alitalia. Nicht ausgeschlossen wird die Kürzung von 2.000 Jobs, berichtete das Blatt. Mehrere Mittelstrecken-Flugverbindungen sollen gestrichen werden.

Alitalia, die 12.000 Mitarbeiter beschäftigt, könnte auf bis zu 20 Airbus-Maschinen des Typs 320 verzichten. Bei Flügen bis zu drei Stunden sollen Passagiere für Snacks und Getränke zahlen. Alitalia will vor allem auf die Entwicklung von Langstrecken-Flügen setzen, um sich der Konkurrenz von Low-Cost-Airlines zu entziehen.

Im kommenden Jahr könnten Alitalias Verluste laut Prognosen sogar auf 500 Millionen Euro steigen. Die Gewinnschwelle soll nicht vor 2021 erreicht werden.

apa

stol