Dienstag, 07. März 2017

Unmut über DME-Wettbewerb

Einige Monate lang war es ruhig. Nun ist sie wieder Gegenstand von Diskussionen: Die Tourismusreform. Stein des Anstoßes ist dieses Mal die Ausschreibung eines öffentlichen Wettbewerbes. Der Grund: 70 ehemalige Mitarbeiter der Tourismusverbände werden entlassen, während nur 48 Personen gesucht werden. IDM-Präsident Thomas Aichner versucht zu relativieren.

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Zur Erinnerung: Nach monatelangen Verhandlungen hat die Landesregierung vor fast genau einem Jahr die Tourismusreform beschlossen. Die wichtigste Neuerung:  In Zukunft wird es nur mehr 3 Destinations-Management-Einheiten (DME) statt der aktuellen 10 Tourismusverbände geben. Mit Jänner 2018 soll diese Reform in Kraft treten. Will heißen: Es bleiben noch 9 Monate Zeit, um die Umstrukturierung vorzunehmen. Diese beinhaltet natürlich auch die Neubesetzung der einzelnen Posten der 3 DME.

Zu diesem Zweck hat der Wirtschaftsdienstleister IDM, dem die 3 Management-Einheiten unterstehen werden, einen öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Insgesamt 48 neue Vollzeit-Mitarbeiter werden gesucht: 13 Stellen werden in der DME West (mit Sitzen in Meran und Glurns) vergeben, 12 Stellen in der DME Mitte (mit Sitzen in Bozen und Brixen) und 23 Stellen in der DME Ost (mit Sitzen in Bruneck und Gröden).

So weit, so gut: Was aber verschiedene Tourismusexponenten und derzeitige Mitarbeiter von Tourismusverbänden auf die Palme bringt, ist, dass zwar 48 neue Mitarbeiter gesucht werden, gleichzeitig aber 70 Mitarbeiter der Tourismusverbände entlassen werden. 22 Personen, die derzeit in einem der 10 Tourismusverbände arbeiten, würden demnach ab Jänner 2018 ohne Job dastehen.

„Ganz so ist es nicht“, sagt IDM-Präsident Thomas Aichner. Gar einige dieser 70 Mitarbeiter seien nämlich Teilzeitbeschäftigte, sodass es sich – in Vollzeit umgerechnet – um rund 60 Personen handle. Gleichzeitig, so Aichner, sei dies nur die erste von 2 öffentlichen Ausschreibungen. „Aber es stimmt schon“, so der IDM-Chef, „rund 10 Personen werden nach dieser Umstrukturierung ohne Job dastehen“.

Es sei aber schon im Zuge der Verhandlungen betont worden, dass nicht alle aktuellen Mitarbeiter wieder einen Job erhalten könnten. „Der Großteil aber schon“, so Aichner, vorausgesetzt sie nehmen am öffentlichen Wettbewerb teil und bestehen diesen. Die derzeitigen Tourismusverbands-Mitarbeiter hätten aber die besten Voraussetzungen dafür, sagt der Tourismusexperte.

Auf die Frage, warum die 48 Personen nicht einfach aus dem Pool der derzeitigen Tourismusverbands-Mitarbeiter übernommen werden, wie es einige fordern, sagt Aichner, dass dies rechtlich nicht möglich sei. Man habe zwar auch daran gedacht und ein rechtliches Gutachten in Auftrag gegeben, dieses spreche aber eine klare Sprache: „Die Tourismusverbände seien private Organisationen, während die 3 DME öffentliche Organisationen sind.“ Insofern müssten die 48 Arbeitsplätze über einen öffentlichen Wettbewerb vergeben werden.

Bereits vergeben wurden hingegen im November des vergangenen Jahres die Posten der 3 DME-Manager. Einer davon, Artur Costabiei von der DME-Ost, hat aber aus persönlichen Gründen – bereits gekündigt. Auch sein Job wird mittels eines Wettbewerbes, der diese Woche ausgeschrieben wird, nachbesetzt.

sor

stol