Die südkoreanische Baufirma Booyoung Group sorgt gerade weltweit für Schlagzeilen: Das Unternehmen zahlt jedem Mitarbeiter, der Zuwachs in der Familie erwartet, 100 Millionen Won (umgerechnet rund 70.000 Euro), heißt es aus einer Presseaussendung des Betriebs.<BR /><BR />„Wenn die Geburtenrate weiterhin so niedrig bleibt, steuern wir in eine nationale Existenzkrise. Es wird einen Rückgang der Arbeitskraft geben“, begründet Lee Joong Keun, der 83-jährige Chef des Baukonzerns, die Entscheidung. <BR /><BR />Südkorea hat die weltweit niedrigste Geburtenrate. 2023 sind gerade einmal 249.000 Kinder geboren. Durchschnittlich erwartet eine Frau damit 0,78 Kinder, wie das dortige Statistikamt mitteilte. Mitunter ist ein Grund für die niedrigen Geburtenzahlen, dass die durchschnittlichen Kosten, um ein Kind in Südkorea großzuziehen, enorm hoch sind. Laut einer Studie des YuWa Population Research Institute kostet ein Kind bis zur Volljährigkeit ca. 250.000 Euro.<h3> Selbst eine Wohnung gibt es als Belohnung</h3>Den Baby-Bonus des Unternehmens bekommen sowohl Männer als auch Frauen und er gilt auch rückwirkend auf alle Mitarbeiter, die seit 2021 Eltern geworden sind. Bisher hat der Konzern nachträglich 70 Angestellte mit der Prämie belohnt und damit bereits rund 4,9 Millionen Euro ausgezahlt.<BR /><BR />Mitarbeiter, die ein drittes Kind bekommen, erhalten umgerechnet rund 200.000 Euro oder eine eigene Mietwohnung. <h3> „Im Prinzip auch bei uns möglich“</h3>Ähnlich, aber nicht so dramatisch, ist die Situation auch in Südtirol: Die Geburtenrate ist ebenfalls gering und auch der Fachkräftemangel macht sich zusehends bemerkbar. Stellt sich nun die Frage, ob es arbeitsrechtlich möglich wäre, solche Boni zu vergeben. <BR /><BR />Die Antwort lautet: Ja. „Im Prinzip können Unternehmen solch eine Prämie zahlen, wobei diese der Abgabe von Sozialbeiträgen und Steuern unterliegt“, erklärt Arbeitsrechtsberater Josef Tschöll. In Italien würden den werdenden Eltern nach derzeitigem Stand von den hypothetisch angenommenen 70.000 Euro weniger als die Hälfte bleiben. <BR /><BR />„Ein größerer Anreiz wäre es, wenn es auf solche Boni, die im Zusammenhang mit Geburten von Unternehmen gegeben werden, eine günstigere Besteuerung geben würde“, sagt Tschöll. Wichtig sei außerdem, dass Männer und Frauen die Prämie bekommen, um nicht in einen möglichen Widerspruch mit dem Gleichheitsprinzip zu geraten.