Donnerstag, 07. April 2016

Unternehmer so optimistisch wie seit 2006 nicht mehr

Immer mehr Südtiroler Unternehmer blicken optimistisch in die Zukunft: Die Frühjahrsausgabe des Wirtschaftsbarometers der Handelskammer Bozen zeigt erneut eine Steigerung des Geschäftsklimas an.

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Foto: © D

Insgesamt beurteilen 80 Prozent ihre Ertragslage im vergangenen Jahr als positiv und für 2016 erhoffen sich sogar 87 Prozent zufriedenstellende Erträge. Dies ist der höchste Wert seit 2006.

Die Wirtschaftstreibenden erwarten wachsende Umsätze auf allen Märkten, unter anderem weil die Verkaufspreise etwas steigen dürften. Der Aufschwung des internen Südtiroler Marktes sollte andauern, vor allem geht man aber von einer wesentlichen Zunahme des Italiengeschäfts aus.

Darüber hinaus erhoffen sich die Unternehmer auch heuer einen guten Verlauf des Außenhandels, nachdem 2015 die Exporte mit fast 4,4 Milliarden Euro einen Rekordwert erreichten. Schließlich werden derzeit wichtige Rahmenbedingungen wie der Zugang zum Kredit und die Zahlungsmoral der Kunden wesentlich besser bewertet als in den Vorjahren.

Dementsprechend positiv sind auch die Erwartungen zum Arbeitsmarkt: Die Beschäftigung dürfte laut Unternehmen zunehmen.

Großhändler besonders optimistisch gestimmt

Eine Analyse der einzelnen Wirtschaftssektoren zeigt, dass die Verbesserung des Geschäftsklimas auch jene Branchen betrifft, die während der Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre am meisten gelitten haben. Die Ertragserwartungen im Baugewerbe liegen derzeit nur wenig unter dem Schnitt der Südtiroler Wirtschaft, während die Großhändler sogar überdurchschnittlich optimistisch gestimmt sind.

Neben den Unternehmer sind auch die Konsumenten gut gestimmt. Der Konsumklimaindex für Südtirol steigt seit fünf Quartalen in Folge an und hat bei der letzten Erhebung im Januar einen neuen Höchstwert erreicht.

Das Konsum- und Geschäftsklima ist auch auf nationaler und europäischer Ebene auf einem eher hohen Niveau, es ist allerdings seit Jahresanfang sinkend. Das steigende verfügbare Einkommen der Familien wird die interne Nachfrage in Italien und in der EU weiter stützen, jedoch haben einige Unsicherheitsfaktoren zu einer Senkung der Wachstumsprognosen beigetragen.

Aufgrund der Situation der lokalen Wirtschaft sowie der italienischen und internationalen Konjunktur geht das WIFO von einem Wachstum des Südtiroler Bruttoinlandproduktes von 1,5 Prozent im Jahr 2016 aus.

Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, unterstreicht die Notwendigkeit von Investitionen zur Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit: „Südtirol erlebt gerade einen wirtschaftlichen Aufschwung und verfügt wieder über einen gut dotierten Landeshaushalt. Es wäre der richtige Zeitpunkt, um vermehrt Investitionen in Forschung, Innovation und Infrastrukturen zu tätigen. Dies ist Voraussetzung, um die Produktivität zu steigern und die Attraktivität Südtirols als Wirtschaftsstandort zu erhöhen.“

stol

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