Dienstag, 03. Juli 2018

Unternehmerverband: „Dekret setzt Arbeitsplätze aufs Spiel“

Der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Federico Giudiceandrea, bewertet das sogenannte „Gesetzesdekret der Würde“ (Decreto dignità), das der Ministerrat am Montag in Rom verabschiedet hat, mit großer Sorge.

Federico Giudiceandrea, der Präsident des Unternehmerverbandes.
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Federico Giudiceandrea, der Präsident des Unternehmerverbandes. - Foto: © D

„Die Mitarbeiter sind für jedes Unternehmen die wichtigste Ressource. Ihre Würde und ihr Wohlbefinden liegen uns am Herzen. Qualifizierte Mitarbeiter zu finden ist momentan eine der größten Herausforderungen, deshalb tun wir auch alles, um Talente, die sich schon in den Unternehmen befinden, zu halten“, unterstreicht der Präsident des Unternehmerverbandes.

„Allein im letzten Jahr haben die Südtiroler Unternehmen mehr als 7000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Und in der Industrie sind 9 von 10 Arbeitsverhältnisse unbefristet. Wenn man jetzt genau jene Unternehmen straft, die am stärksten den Wirtschaftsaufschwung mitgetragen haben, nämlich die Betriebe, die auch international tätig sind, dann setzt man diesen Wirtschaftsaufschwung und die geschaffenen Arbeitsplätze aufs Spiel“, warnt Giudiceandrea.
Besonders negativ betrachtet der Unternehmerverband die Einschränkungen für Unternehmen, die international tätig sind, sowie die erneute Änderung der Arbeitsmarktregelung, die auch schon bestehende Arbeitsverhältnisse betrifft, Unsicherheit schafft und das Risiko von Streitfällen erhöht.

„Wir brauchen einfachere und nicht kompliziertere Regeln. Die Rechtssicherheit ist ausschlaggebend, um Investitionen in Menschen, Maschinen und neuen Betriebsniederlassungen zu planen. Dies gilt für heimische Unternehmen sowie für potentielle Investoren aus dem Ausland. Wir können es uns nicht leisten, diese Investitionen aufs Spiel zu setzen, sondern sollten uns gemeinsam darum bemühen, diese zu unterstützen. Wir hoffen, dass der Dialog mit den Sozialpartnern zur Abänderung dieser Normen führt, die sich negativ auf die Unternehmen und die vielen dort beschäftigten Menschen auswirken“, so Giudiceandrea abschließend.

stol

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