Obwohl der Landeshaushalt 2011 etwas geringer ausfalle, sei er immer noch gut dotiert. „Trotzdem muss in Zeiten der Krise und schrumpfender öffentlicher Haushalte rigoros gespart werden. Man muss alle Positionen eines Haushalts hinterfragen und die strategische Entwicklung des Landes im Auge behalten“, forderte Pan. Kritik an Landeshaushalt Gerade dies sei im neuen Haushalt jedoch nicht geschehen. Vielmehr habe man bei der Wirtschaft gestrichen, die eigentlich der Generator der Wertschöpfung sei. Pan kritisiert insbesondere die vorgesehene Erhöhung bei den größten Ausgabeposten des Landes - Sanität und Personal. Hier sei noch ein riesiges Sparpotential vorhanden, das keineswegs auf Kosten der Qualität der Gesamtleistung gehen müsse. Die Kosten für die Sanität seien zwischen 2006 und 2010 um 21 Prozent angestiegen. Die heurige 2,6-prozentige Erhöhung mache in absoluten Zahlen 35 Millionen Euro aus. Südtirol leiste sich den Luxus des mit Abstand teuersten Sanitätswesens Italiens, Trient komme mit 16 Prozent niedrigeren Kosten aus, so Pan.Sparen, wo Potential vorhanden ist„Eine Senkung der Fixkosten im Landeshaushalt bedeutet mehr Spielraum für strategische Maßnahmen und eine Stärkung der Gesellschaft und der Wirtschaft in Südtirol“, erklärte er auf der Pressekonferenz.Es gelte, dort zu sparen, wo noch Potential vorhanden sei, Umdenken sei das Gebot der Stunde.Investitionen dort, wo der größte Mehrwert entstehtInvestiert werden müsse vor allem in Forschung und Entwicklung, forderte Pan. Südtirol müsse seine Kompetenzen bündeln und mehr auf die Zusammenarbeit aller Akteure im Bereich Innovation hinarbeiten. Für Pan sind ein Innovationszentrum und ein Innovationsgesetz von „imminenter Wichtigkeit. Ganz Südtirol muss als effizienter Technologiepark leben.“Entlastungen für Bürger und Unternehmen Während Unternehmen in Europa durchschnittlich 44,2 Prozent ihrer Gewinne für Steuern und Sozialabgaben aufwenden müssten, seien dies in Italien 68,6 Prozent. Dieser hohe Wert resultiere vor allem aus den hohen Abgaben auf den Faktor Arbeit.Weltweit rangiere man laut der Studie der Weltbank somit nur auf Rang 167, deshalb seien Entlastungen und Erleichterungen unumgänglich. Die Wertschöpfungssteuer IRAP sei zu senken, die Bürger vom regionalen IRPEF-Zuschlag zu befreien und die Kosten für die Bürokratie durch Vereinfachungen zu drosseln.„So kann man neue Freiräume schaffen und Chancen für Investition, Innovation und Beschäftigung eröffnen“, unterstrich der Verbandspräsident.Weitere ForderungenDer Landeshaushalt sehe eine radikale Kürzung der Beiträge für die Kreditgarantie-Genossenschaften vor. Dies sei ein herber Rückschlag für deren Tätigkeit und müsse geändert werden. Südtirol sei gefordert, die Anzahl der im Export tätigen Betriebe stark zu erhöhen. In Italien bestehe noch ein hohes Potential im Export. Deshalb sei die Tätigkeit der Exportförderungs-Genossenschaft EOS für die Unternehmen in Südtirol von strategischer Wichtigkeit.„Die Erreichbarkeit ist nicht nur ein öffentliches Gut, sondern ein sehr wichtiger Standort- und Wettbewerbsfaktor für die Wirtschaft. Südtirol hinkt hier im Vergleich zu den Nachbarregionen stark hinterher. Deshalb tragen wir das am ‚Tisch der Erreichbarkeit‘ der Handelskammer Bozen ausgearbeitete langfristige Konzept für die Verbesserung der Erreichbarkeit Südtirols voll und ganz mit“, hob Pan hervor.Entwicklung nur durch ProduktivitätssteigerungDa mit dem Mailänder Abkommen die Höhe der zukünftigen Einnahmen Südtirols noch stärker als bisher die Produktivität der Wirtschaft als Maßstab genommen werde, müsse das Land für eine nachhaltige Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft sorgen. Schließlich könne über öffentliche Haushalte nur jenes verteilt werden, was erwirtschaftet werd, so Pan abschließend.stol