Ein Blick auf die aktuellen Daten offenbart überraschende Gewinner – und klare Unterschiede entlang des Seeufers.<h3> Welche Ortschaft verzeichnet das meiste Wachstum?</h3> Zum Ende des Jahres 2025 weist Riva das stärkste Wachstum aus: Mit einem Plus von 15 Prozent rangiert der Ort weiterhin in der Spitzengruppe.<BR /><BR />Sirmione bleibt die meistbesuchte Destination am See. Mit einem Zuwachs von 12 Prozent erreicht der Ort einen Marktanteil von 14 Prozent und liegt damit knapp vor Desenzano, das um 14 Prozent zulegt und nunmehr 12 Prozent des gesamten touristischen Aufkommens am Gardasee auf sich vereint. Peschiera wächst moderater (+9 Prozent).<BR /><BR />Schwieriger gestaltet sich die Lage hingegen für Limone-Tremosine (–8 Prozent) und Bardolino (–13 Prozent), die insbesondere unter dem Rückgang der deutschen Gäste leiden. Vorgestellt wurde die Analyse auf der Mitgliederversammlung von Visit Desenzano, wo die von Expedia bereitgestellten Daten zu Übernachtungen und Herkunftsmärkten für 2025 präsentiert wurden.<BR /><BR />Der Präsident von Visit Desenzano, Emanuele Bonotto, betont: „Die Ergebnisse unterstreichen die wirtschaftliche und werbliche Schlüsselrolle des Tourismussektors in Desenzano wie am gesamten Gardasee. Das Wachstum bei den Übernachtungen belegt erneut die Attraktivität der Region und die große Leistung der im Sektor tätigen Fachkräfte.“<BR /><BR />Gleichwohl bleibe viel zu tun, um die Position weiter zu stärken – angefangen bei einer stärkeren Vertretung der Gardasee-Region dort, wo Entscheidungen fallen, etwa auf Provinz- und Regionalebene.<h3> Weniger deutsche Touristen – Mehr aus Großbritannien und USA</h3>Insgesamt zeigt sich ein Tourismus im Wandel. Der Jahresauftakt verläuft vorsichtiger als in den Vorjahren, geprägt vor allem von einer Abschwächung der Buchungen aus Deutschland, dem traditionellen Kernmarkt der Region. Zwar bleibt Deutschland mit einem Anteil von 28 Prozent an den Übernachtungen wichtigster Herkunftsmarkt, doch bedeutet dies einen Rückgang um acht Prozent gegenüber 2024.<BR /><BR />Ausgleich schaffen neue Impulse: Großbritannien legt um 13 Prozent zu, die Vereinigten Staaten um 16 Prozent. Überraschend stark entwickeln sich außereuropäische Märkte: China steht inzwischen für sechs Prozent der Nächtigungen am Gardasee und verzeichnet ein Plus von 70 Prozent. Den Spitzenwert erreicht Saudi-Arabien mit einem Marktanteil von drei Prozent und einem bemerkenswerten Zuwachs von 158 Prozent.<BR /><BR />Rückläufig sind hingegen die Zahlen aus Italien (–3 Prozent) und Dänemark (–10 Prozent), während andere nordische Länder wie Schweden (+12 Prozent) und Norwegen (+14 Prozent) deutlich zulegen.<h3> Gäste bleiben durchschnittlich 2,7 Nächte</h3>Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer am Gardasee beträgt 2,7 Nächte. Nahezu jeder dritte Gast bucht inzwischen mit größerem Vorlauf – im Schnitt zwei Monate vor Anreise – und entscheidet sich vermehrt für strukturierte Angebote, die über die bloße Übernachtung hinausgehen.<BR /><BR />Wie Präsident Bonotto hervorhebt, bleibt der Anteil kurzfristiger Buchungen dennoch beachtlich; zugleich gewinnt das „Last Second“-Segment an Bedeutung, bei dem Aufenthalte noch am Morgen für denselben Tag gebucht werden.<h3> Preise</h3>Mit Blick auf die Preisentwicklung zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den wichtigsten Orten am See. Sirmione führt mit einem durchschnittlichen Übernachtungspreis von 235 Euro. Es folgen Riva sowie Limone-Tremosine mit jeweils 208 Euro, Bardolino mit 203 Euro. Deutlich günstiger präsentieren sich Desenzano (173 Euro) und Peschiera (162 Euro).