Die wichtigsten Fakten, die Arbeitnehmer kennen sollten. <h3> Bekommen alle Arbeitnehmer ein Urlaubsgeld?</h3>Nein. Das 14. Monatsgehalt ist nicht obligatorisch und in der italienischen Gesetzgebung nicht vorgesehen. Es handelt sich um ein zusätzliches Monatsgehalt, das nur in einigen Kollektivverträgen enthalten ist. So wird das Urlaubsgeld zum Beispiel an Arbeitnehmer im Handel und im Tourismus ausgezahlt, an Beschäftigte im Speditions- und Logistikbereich, im Lebensmittelsektor aber auch in der Reinigungsbranche. In der Industrie und im Handwerk dagegen nicht.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1046913_image" /></div> <BR /><BR />Der italienische Kaufleuteverband hat berechnet, dass heuer italienweit etwa 8 Millionen Arbeitnehmer eine sogenannte „Quattordicesima“ erhalten, die im Schnitt 1500 Euro ausmacht.<BR /><h3> Wann wird das Urlaubsgeld ausbezahlt?</h3>Das Urlaubsgeld wird im Juni oder Juli gezahlt, je nachdem, was der Kollektivvertrag vorsieht. <BR /><h3> Erhalten auch Rentner ein Urlaubsgeld?</h3>Ja, auch manche Rentner erhalten ein Urlaubsgeld. Dafür müssen sie aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen über 64 Jahre alt sein und ihr persönliches Einkommen muss unter einer bestimmten Grenze liegen. Konkret: Es muss weniger als das Zweifache der jährlichen Mindestrente (rund 15.5000 Euro) ausmachen.<BR /><BR /> Für Personen, die mindestens 25 Jahre lang rentenversichert waren, steigt die Grenze auf rund 16.000 Euro.<BR /><BR />Die Höhe des Urlaubsgeldes für Rentner variiert zwischen 336 und 655 Euro – abhängig davon, wie lange man rentenversichert war und wie hoch das persönliche Einkommen ist. <BR /><BR />Rentnern wird ihr Urlaubsgeld im Juli vom Renteninstitut INPS ausbezahlt. <BR /><h3> Wo ist der Unterschied zwischen dem 13. und dem 14. Monatsgehalt?</h3>In beiden Fällen handelt es sich um zusätzliche Zahlungen, doch es gibt erhebliche Unterschiede. Erstens: der Zeitpunkt der Auszahlung. Das 13. Monatsgehalt wird im Dezember ausgezahlt, in der Regel kurz vor Weihnachten, weshalb es auch Weihnachtsgeld genannt wird, das Urlaubsgeld im Juni oder Juli. <BR /><BR />Der zweite wesentlichere Unterschied: Das 13. Monatsgehalt ist im Gegensatz zum Urlaubsgeld gesetzlich vorgeschrieben. Das heißt, per Gesetz müssen alle Arbeitnehmer – unabhängig davon, in welchem Sektor sie tätig sind und unabhängig davon, ob sie unbefristet, befristet, Vollzeit oder Teilzeit arbeiten – ein Weihnachtsgeld erhalten. Auch Rentner und Sozialhilfeempfänger beziehen ein Weihnachtsgeld. <BR /><BR />Das 13. Monatsgehalt wurde erstmals 1937 mit der Erneuerung des Kollektivvertrag für die Industrie in das italienische Recht aufgenommen und 1960 mit einem Präsidialerlass für alle Arbeitnehmer verbindlich vorgeschrieben. <BR /><BR />Gemeinsam haben Urlaubs- und Weihnachtsgeld, dass sie zum steuerpflichtigen Einkommen dazugezählt werden. Mit anderen Worten: Sowohl auf das 13. als auch auf das 14. Monatsgehalt sind Steuern zu entrichten.<BR /><h3> Wie werden Urlaubs- und Weihnachtsgeld berechnet?</h3>Das 13. und das 14. Monatsgehalt werden in den 12 Monaten vor der Auszahlung „angesammelt“: Für alle Monate mit mehr als 13 entlohnten Tagen wird ein Zwölftel des Bruttogehalts „zurückgestellt“, um den Betrag zu bilden, den man dann im Dezember als Weihnachtsgeld erhält – und ein weiteres Zwölftel für das Urlaubsgeld im Sommer. Das heißt, der Arbeitnehmer spart monatlich einen Betrag an, der dann mit der Anzahl der gearbeiteten Monate multipliziert wird. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1046916_image" /></div> <BR /><BR />Das Urlaubsgeld beträgt aber nur dann 100 Prozent, wenn man während des gesamten Bezugszeitraums voll gearbeitet hat. Für das Urlaubsgeld gilt als Bezugszeitraum der 1. Juli bis zum 30. Juni des Folgejahres.<BR /><BR />Wenn also jemand weniger als 12 Monate arbeitet, reduziert sich das Urlaubsgeld. Ein Beispiel: Jemand tritt am 1. Oktober in ein Unternehmen ein, mit einem Monatsgehalt von 2000 Euro brutto. Bis Juni ergeben sich für ihn 8 gearbeitete Monate. 2000 Euro multipliziert mit 8 Monaten, dividiert durch 12 ergibt ein Urlaubsgeld von 1333 Euro. <BR /><BR />Dasselbe gilt für das Weihnachtsgeld, dabei ändert sich nur der Bezugszeitraum, der vom 1. Jänner bis 31. Dezember gilt. <BR /><h3> Warum sind die zusätzlichen Monatsgehälter aber etwas niedriger als ein normaler Lohn?</h3>Der Betrag ist etwas niedriger als der eines normalen Gehalts, weil diese zusätzlichen Löhne höher besteuert werden: Auf die 13. und 14. Gehaltszahlung werden weder die Steuerabzüge für abhängige Arbeit noch die für unterhaltsberechtigte Familienmitglieder angewendet. Daher ist die zu zahlende Einkommenssteuer höher.<BR /><h3> Wann genau erhalten Arbeitnehmer das 13. Monatsgehalt?</h3>Das 13. Monatsgehalt wird einige Tage vor Weihnachten ausbezahlt, wobei es keinen klar definierten Zeitraum gibt: Einige Unternehmen zahlen es zwischen dem 10. und 15. Dezember aus, andere zwischen dem 20. und 22. Dezember. <BR />Rentner erhalten ihre „tredicesima“ hingegen immer zusammen mit der Dezember-Rente am 1. Dezember.<BR /><h3> Stehen die zusätzlichen Gehälter auch zu, wenn man in Krankenstand ist?</h3>Ja, das 13. und 14. Monatsgehalt wird auch für Zeiten der bezahlten Abwesenheit wie Eltern- und Mutterschaftsurlaub, Krankheit, Unfall und Urlaub angerechnet.