Freitag, 12. Juni 2020

US-Börsen brechen ein

Eine düstere Konjunktureinschätzung durch die US-Notenbank Fed und die Furcht vor einer 2. Corona-Welle haben die Anleger an der Wall Street in die Flucht getrieben.

Die Furcht vor einer 2. Corona-Welle haben die Anleger an der Wall Street in die Flucht getrieben. - Foto: © APA/afp / JOHANNES EISELE
Der US-Leitindex Dow Jones Industrial brach am Donnerstag um 6,90 Prozent auf 25 128,17 Punkte ein und fand sich damit auf dem Niveau von Ende Mai wieder. Dies war der größte prozentuale Tagesverlust auf Schlusskursbasis seit März. Zwischenzeitlich wäre der Dow fast unter die Marke von 25 000 Punkten gesackt. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Ende um 5,89 Prozent auf 3002,10 Punkte nach unten.

Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell hatte bereits zur Wochenmitte angesichts der schweren Wirtschaftskrise infolge der Corona-Pandemie klare Worte gefunden. Er sagte, dass ein erheblicher Teil der Jobverluste dauerhaft sein könnte. Hinzu kamen neue Infektionszahlen: In einigen südlichen US-Staaten wie Florida und Texas stiegen die Neuinfektionen wieder.

Dow zum Wochenstart noch auf höchsten Stand seit Ende Februar


„Wir erwarten die Wiedereinführung einiger Corona-Beschränkungen in einigen Städten oder Staaten in den kommenden Wochen“, teilte das britische Analysehaus Pantheon mit.
In diesem Umfeld machten viele Anleger weiter Kasse. So war der Dow erst zum Wochenstart mit 27 580 Punkte auf den höchsten Stand seit Ende Februar klettert. Das war ein Plus von mehr als 50 Prozent seit dem Corona-Crashtief im März. Nicht weniger Börsianer hatten bereits von einer Überhitzung des Marktes wegen der Billiggeldflut der Notenbanken gesprochen, die nichts mehr mit den realen Wirtschaftsperspektiven zu tun habe.

Der techwerte-lastige Nasdaq 100 war sogar auf ein Rekordhoch gestiegen und knickte nun um 5,01 Prozent auf 9588,48 Punkte ein. Die Powell-Äußerungen scheinen die Anleger nun ein Stück weit in die Realität zurückgeholt zu haben.

dpa