Die US-Regierung wirft Deutschlands größtem Geldhaus vor, sich den Zugang zu einem Regierungsprogramm erschlichen zu haben, das solche Hypotheken absicherte. Der Staat fordert von der Bank Schadenersatz und zusätzlich eine Geldstrafe.Bis jetzt musste der Staat der Klageschrift zufolge mit 386 Mio. Dollar (261 Mio. Euro) für die Kreditausfälle geradestehen und rechnet mit weiteren Hunderten Millionen Dollar an künftigen Zahlungsverpflichtungen. Die Deutsche Bank habe am Weiterverkauf der Hypotheken verdient „und kaum finanzielle Anreize gehabt, um die Qualität der abgesicherten Kredite zu sichern“, heißt es in dem Dokument. Zivilklagen werden in den USA häufig mit millionenschweren Vergleichen außergerichtlich beigelegt. Für sie gelten geringere Anforderungen an die Beweiserhebung als in Strafsachen.Die Deutsche-Bank-Aktie brach nach Bekanntwerden der Klage ein und war mit einem Minus von mehr als drei Prozent größter Verlierer im Dax. „Der Markt nimmt die Klageerhebung nicht auf die leichte Schulter“, sagte ein Händler.Von der Deutschen Bank war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die US-Behörden wollten ihre Vorwürfe um 19.00 Uhr MESZ auf einer Pressekonferenz erläutern.Die Deutsche Bank hatte MortgageIT 2007 übernommen – kurz vor der Finanzkrise. Das Unternehmen war damals einer der größten Finanzierer von Hypotheken auf dem US-Häusermarkt. Die USA werfen der Deutschen Bank und MortgageIT nun vor, falsche Angaben gemacht zu haben, um damit in das Regierungsprogramm aufgenommen zu werden. Sie hätten wahllos Hypotheken durch den Staat absichern lassen, ungeachtet der finanziellen Verhältnisse der Kreditnehmer. Insgesamt gehe es um mehr als 39.000 Kredite über fünf Mrd. Dollar.apa/reuters