Fiat Chrysler wird beschuldigt, illegale Software zur Abgaskontrolle in rund 104.000 Dieselwagen installiert zu haben. Das geht aus der Klageschrift hervor, die das Justizministerium am Dienstag (Ortszeit) bei einem Gericht in Detroit im US-Bundesstaat Michigan im Auftrag der Umweltbehörde EPA einreichte.Klageschrift bescherte Aktien dickes MinusDie Eröffnung des Zivilverfahrens markiert eine schwere Eskalation des Konflikts und könnte für den Hersteller einen langwierigen Rechtsstreit mit hohen Kosten bedeuten.Fiat Chrysler äußerte in einem Statement Enttäuschung über den Schritt des Ministeriums. Der Konzern prüfe nun die Klageschrift und beabsichtige, sich energisch zu verteidigen.Trotz des Rechtsstreits werde man aber weiter mit den US-Umweltämtern kooperieren, um die Bedenken der Behörden rasch und einvernehmlich auszuräumen. An der New Yorker Börse geriet die Aktie von Fiat Chrysler unter Druck und ging mit einem Minus von gut vier Prozent aus dem Handel.Abschalteinrichtung soll manipuliert worden seinBei den Anschuldigungen gegen den Konzern geht es ähnlich wie bei VW um den Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid, der mit Hilfe einer sogenannten Abschalteinrichtung („Defeat Device“) manipuliert worden sein soll.Betroffen sind Jeep Grand Cherokees und Pick-up-Trucks der Marke Ram der Modelljahre 2014 bis 2016. Im März kam heraus, dass das Justizministerium, die Börsenaufsicht und Generalstaatsanwälte mehrerer US-Bundesstaaten ebenfalls ermitteln.dpa