Freitag, 03. August 2018

USA und China: Die Zahlen hinter dem Handelsstreit

Mit der US-Drohung, weitere Importe aus China im Handelsumfang von 200 Mrd. Dollar (172 Mrd. Euro) mit höheren Zöllen zu belegen, steht eine Eskalation des Handelsstreits im Raum.

Für die USA ist China der wichtigste Handelspartner.
Für die USA ist China der wichtigste Handelspartner. - Foto: © shutterstock

China ist für die USA der wichtigste Handelspartner, genauso wie andersrum. Das gesamte bilaterale Handelsvolumen mit Waren belief sich im vergangenen Jahr auf 636 Mrd. Dollar. Damit entfällt jeder sechste Dollar im US-amerikanischen Handelsgeschäft mit anderen Ländern auf China.

Dabei ergab sich für die USA 2017 allerdings ein riesiges Defizit. Die Waren-Exporte der USA blieben mit rund 130 Mrd. Dollar sehr deutlich hinter den Importen aus der Volksrepublik von gut 505 Mrd. Dollar zurück – per Saldo ein Minus von 375 Mrd. Dollar.

China ist größter Gläubiger der USA

Bezieht man Dienstleistungen ein, ergibt sich immer noch ein US-Defizit gegenüber China von 335,7 Mrd. Dollar. Einen erheblichen Anteil der Einnahmen aus dem Handel mit den USA verwendet China darauf, amerikanische Staatsanleihen zu kaufen.

Zuletzt entfiel rund ein Drittel der chinesischen Fremdwährungsanlagen von über drei Billionen Dollar auf die USA. Die Chinesen sind mit einem Bestand von 1,144 Billionen Dollar der größte Gläubiger der Vereinigten Staaten, knapp vor Japan.

Zuwachs der Direktinvestitionen

Die Direktinvestitionen von US-amerikanischen Firmen in China summierten sich zuletzt auf knapp 108 Mrd. Dollar und stiegen damit um zehn Prozent an. Andersrum sind es knapp 40 Mrd. Dollar.

Firmen im Besitz von US-amerikanischen Konzernen beschäftigten 2015 – neuere Zahlen sind nicht verfügbar – in China rund 1,7 Millionen Menschen. Die Beschäftigtenzahl von chinesischen Firmen in den USA belief sich dagegen nur auf 43.800 Personen.

apa/reuters

stol