Freitag, 12. Mai 2017

USA und China: Handelsabkommen in Teilbereichen

Im Wahlkampf hatte der heutige US-Präsident Donald Trump Chinas Handelspolitik massiv attackiert – nun haben Washington und Peking ihre Handelsbeziehungen verstärkt.

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Ein neues Abkommen erlaubt es den USA, Rindfleisch, Erdgas und bestimmte Finanzdienstleistungen nach China zu exportieren, wie beide Regierungen am Freitag mitteilten. Umgekehrt darf China gegartes Geflügel in den USA verkaufen.

Die Volksrepublik hatte die Einfuhr von US-Rindfleisch seit einem Fall von Rinderwahn in den Vereinigten Staaten vor 14 Jahren verboten. Dass die Exporte von Rindfleisch und anderen „größeren Produkten“ nach China nun wieder erlaubt würden, sei eine „wirkliche Neuigkeit“, jubelte Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter.

US-Handelsminister Wilbur Ross sagte in Washington nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg, der Deal ermögliche es den USA, ihr Handelsdefizit mit China zu verringern. Dieses belief sich im vergangenen Jahr auf 350 Milliarden Dollar (320 Milliarden Euro).

In Peking lobte ein Sprecher des Außenministeriums die „sehr enge wirtschaftliche Kooperation“ beider Länder. Diese Beziehungen seien „zum wechselseitigen Nutzen“ für die Menschen in den USA und China.

Trumps Kehrtwende

Im Wahlkampf hatte Trump China bezichtigt, mittels seiner Handelspolitik sein Land ökonomisch zu „vergewaltigen“. Er warf Peking insbesondere vor, mittels Währungstricksereien seine Produkte künstlich zu verbilligen. Der Rechtspopulist drohte mit Strafzöllen von 45 Prozent auf chinesische Waren, was Ängste vor einem Handelskrieg schürte.

Den Vorwurf der Währungsmanipulation ließ der US-Präsident dann aber im April nach einem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Trumps Privatdomizil Mar-a-Lago in Florida fallen. Stattdessen sprach er von „gewaltigen Fortschritten in unseren Beziehungen zu China“. Das Handelsabkommen ist nun das erste konkrete Resultat dieser Annäherung.

 

apa/afp

stol