Dienstag, 14. Januar 2020

USA werfen China nicht länger Währungsmanipulation vor

Die USA beschuldigen China in einem weiteren Signal der Entspannung im Handelsstreit nicht mehr offiziell der Währungsmanipulation. Das gab Finanzminister Steve Mnuchin 2 Tage vor der Unterzeichnung eines Teilhandelsabkommens zwischen Washington und Peking bekannt.

Dollar und Yuan kommen sich offenbar näher.
Dollar und Yuan kommen sich offenbar näher. - Foto: © APA (AFP) / STR

In dem Abkommen habe China „durchsetzbare Zusagen“ gemacht, seine Währung nicht mehr zu Wettbewerbszwecken künstlich abzuwerten, erklärte Mnuchin am Montag.

Die USA hatten China im vergangenen Sommer offiziell der Währungsmanipulation beschuldigt, nachdem der chinesische Yuan auf den tiefsten Stand seit rund einem Jahrzehnt gesunken war. Der Vorwurf der USA lautete, dass China eine Währung künstlich abwerte, um seiner Wirtschaft einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Ein schwacher Yuan erleichtert chinesische Exporte, weil chinesische Waren dann billiger sind. US-Präsident Donald Trump hat China immer wieder unfaire Handelspraktiken vorgeworfen.

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Das US-Finanzministerium zog den Vorwurf der Währungsmanipulation nun zurück. Es schrieb in einem Bericht an den US-Kongress unter anderem, der Yuan sei wieder stärker geworden. China wird fortan aber auf einer Liste mit Staaten geführt, die unter Beobachtung stehen - zusammen mit zehn anderen Ländern, unter ihnen Deutschland, der Schweiz und Südkorea.

Der Schritt ist ein weiteres Zeichen der Entspannung im seit fast 2 Jahren währenden Handelsstreit zwischen Washington und Peking. Beide Seiten werden am Mittwoch in Washington ein Teilhandelsabkommen unterzeichnen. Unter anderem sagt China zu, mehr US-Güter zu importieren und geistiges Eigentum zu respektieren. Die USA verzichten auf neue Strafzölle und senken teilweise vorhandene Zölle.

Trotz des Zollstreits mit den USA ist Chinas Außenhandel im Dezember gestiegen. Berechnet in der Landeswährung Yuan stiegen die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt um neun Prozent im Jahresvergleich und die Importe um 17,7 Prozent, wie aus öffentlichen Daten vom Dienstag hervorgeht.

Damit hat China im Dezember auf Yuan-Basis einen Handelsüberschuss von 330 Milliarden Yuan erwirtschaftet, wie Reuters-Berechnungen auf Basis der Zolldaten ergaben. Für das Gesamtjahr 2019 stiegen Chinas Exporte in Yuan um fünf Prozent, während die Importe um 1,6 Prozent nach oben kletterten, was einen Außenhandelsüberschuss von 2,92 Billionen Yuan ergab.

apa