<BR />Südtirols Industrie erwirtschaftet rund 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Daher seien die Industriebetriebe ein wesentlicher Treiber für den Wohlstand im Land, erinnerte Heiner Oberrauch. <BR />Doch um Südtirols Reichtum auch in Zukunft zu sichern, muss laut dem UVS-Präsidenten mehr in die Zukunftssicherung investiert werden. „Es braucht Zukunftsfreude und Zuversicht, keine Zukunftsangst und keinen Pessimismus.“ Denn dieser lähme die Entwicklung.<BR /><BR />Der derzeitige Haushalt des Landes, der mit 7,9 Milliarden Euro der höchste in der Geschichte ist, biete jedoch kaum Spielraum für Zukunftssicherung. „Die meisten Mittel sind für laufende Aufgaben gebunden – in einem beeindruckenden Ausmaß von 80 Prozent. Der für Investitionen verfügbare Anteil ist in den letzten 10 Jahren um 50 Prozent gesunken“, kritisierte Oberrauch.<BR /><BR />Mit weniger Investitionen laufe man Gefahr, am Alten festzuhalten. Stattdessen sollte sich Südtirol aber für die Zukunft wappnen. <h3> „Spending Review“ der öffentlichen Ausgaben</h3>Es müssten Freiräume für Investitionen geschaffen werden, und daher brauche es eine „Spending Review“ der öffentlichen Haushalte. „Wir brauchen Geld für Investitionen in strategische Bereiche. Denken wir an die Energiewende: Ohne dringende Investitionen werden wir das angepeilte Ziel nicht erreichen. Dasselbe gilt für die Digitalisierung und für das Ermöglichen von leistbarem Mietwohnen“, mahnte der UVS-Präsident.<BR /><BR />Neben finanziellen Ressourcen brauche es laut Oberrauch zugleich und umgehend eine Vereinfachung und Beschleunigung der Abläufe.<h3> Wettbewerbsfähigkeit sichern</h3>Laut Oberrauch müsse auch die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärker ausgebaut werden. „Wir brauchen mehr denn je ein starkes Europa, ein Europa, das die strategische Rolle der Industrie anerkennt, die Produktion in strategischen Bereichen wieder zurückholt und so auch Unabhängigkeit gewährleistet.“ Dementsprechend könne man es sich nicht erlauben, dass wichtige große Unternehmen abwandern.<BR /><BR />Auch auf lokaler Ebene müsse Südtirol seinen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit leisten. Dazu gehörten gut bezahlte Arbeitsplätze und leistbares Wohnen. „Aber auch Lohnerhöhungen sind kein Selbstläufer. Sie sind engstens mit der Erhöhung der Produktivität verknüpft“, betonte der UVS-Präsident. Umso wichtiger sei es, Überstunden nicht mehr zu besteuern.<BR /><BR />Obendrein braucht es laut Oberrauch auch gut funktionierende öffentliche Dienstleistungen und ein gutes Bildungssystem. „Mit der neu eröffneten Ingenieurfakultät in Bozen Süd hat die Freie Universität Bozen ein weiteres attraktives Angebot geschaffen.“<h3> „Mehr Pragmatismus würde guttun“</h3>„Etwas mehr Pragmatismus würde uns allen guttun“, erklärte Oberrauch abschließend. Dabei gehe es nicht darum, Grundsätze und Regeln außer Kraft zu setzen, sondern vielmehr darum, Entscheidungsträgern mehr Handlungsspielraum für Situationen zu geben, die diesen erfordern.