Samstag, 04. Juli 2015

Varoufakis wirft Gläubigern „Terrorismus“ vor

Einen Tag vor dem Referendum in Griechenland über die Forderungen der internationalen Geldgeber hat der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis den Gläubigern „Terrorismus“ vorgeworfen.

Gianis Varoufakis
Gianis Varoufakis - Foto: © LaPresse

„Was sie mit Griechenland machen, hat einen Namen – Terrorismus“, sagte Varoufakis der spanischen Zeitung „El Mundo“ vom Samstag.

„Was Brüssel und die Troika heute wollen, ist, dass das 'Ja' gewinnt, damit sie die Griechen weiter erniedrigen können“, so der Minister im Hinblick auf die Volksabstimmung am Sonntag.

„Warum haben sie uns gezwungen, die Banken zu schließen? Um Angst unter den Leuten zu schüren“, sagte Varoufakis. „Und wenn es darum geht, Angst zu verbreiten, dann nennt man dieses Phänomen Terrorismus.“ Die Griechen sollen sich am Sonntag in einem Referendum dazu äußern, ob sie für weitere Finanzhilfen von Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) bereit sind, auf deren Spar- und Reformforderungen einzugehen.

Ministerpräsident Alexis Tsipras warb am Freitagabend erneut für ein Nein zu den Forderungen der Gläubiger. In dem Land herrscht seit Tagen Ausnahmezustand: Banken und die Börse sind geschlossen, das gesamte System steht vor dem Zusammenbruch, sollte Griechenland die Rückzahlung seiner Schulden verweigern und die EZB die Banken für insolvent erklären.

apa/afp

stol