Donnerstag, 04. Januar 2018

Venedigs Bürgermeister setzt Airbnb unter Druck

Vermieter von Unterkünften auf Vermietungsplattformen sollen eine Ortstaxe zahlen – Tourismus-Steuer wird immer wichtiger für Kommunen

Der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, will Vermieter von Unterkünften auf Vermietungsplattformen wie Airbnb zwingen, per Internet die Ortstaxe zu zahlen. Die eingetriebenen Steuergelder sollen der Stadt zugutekommen.

Üblicherweise hat der Gast die Ortstaxe an den Vermieter zu zahlen, der sie dann an die Gemeinde abführt. Die Steuerhinterziehung ist jedoch sehr hoch. Brugnaro will die Vermietungsplattformen und Vermieter in Venedig zwingen, sich in ein Register einzuschreiben.
„Es ist ein Recht der Verwaltung, die Daten der Personen zu haben, die bei uns übernachten. Auch Airbnb muss sich an die Regeln anpassen, die für alle gelten“, so der Bürgermeister im Interview mit der Tageszeitung „La Stampa“ am Donnerstag. Mit dem dank der Ortstaxe eingetriebenen Geld konnte die Gemeinde 2017 die Müllentsorgungssteuer für die Einwohner Venedigs reduzieren, sagte Brugnaro.

Grund für die Tourismus-Steuer: Leere Kassen der Gemeinden

Um ihre nach der Krise leeren Kassen aufzufüllen, führen immer mehr Gemeinden in Italien eine Tourismus-Steuer ein. Damit sichern sich die Kommunen Einnahmen von insgesamt 460 Mio. Euro pro Jahr, berichteten italienische Medien. 2018 wollen hundert weitere Gemeinden eine Tourismus-Steuer einführen. Damit sollen die Einnahmen im Jahr 2018 auf 650 Mio. Euro steigen.
Bis vor wenigen Jahren wurde die Tourismus-Steuer nur in wenigen Städten eingehoben. Angesichts der Millionen Urlaubsgäste in Italien gilt die Abgabe als wichtige Einnahmequelle für die Gemeindekassen. Mit der Steuer sollen die hohen Ausgaben für den Erhalt der Palazzi, Monumente und Denkmäler sowie der Parks finanziert werden. Allzu oft deckt die Tourismus-Steuer jedoch das Defizit der Gemeindekassen ab.

Rom ist Vorreiter

Zu den Städten mit der höchsten Tourismus-Steuer zählt Rom. Wer in einem Fünfsterne-Hotel übernachtet, muss in der Ewigen Stadt eine Abgabe von 10 Euro zahlen, in einem Dreisterne-Hotel sind es 4 Euro, in einem Campingplatz 2 Euro. In Venedig beträgt die Kurtaxe in einem Fünf Sterne-Hotel 5 Euro. Gäste, die in der Lagunenstadt übernachten, müssen einen Beitrag zahlen, der je nach Jahreszeit und nach Art der Unterkunft – Hotel, Pension oder Campingplatz – festgelegt wird. Für Kinder unter 10 Jahren entfällt die Steuer, für Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren werden 50 Prozent der Tourismus-Steuer fällig.

stol