Schon mal von einer Gewerkschaft der Paketfahrer gehört, die 20 Kilo Hundefutter vor die Haustür schleppen? Oder der Essenskuriere, die noch spätabends mit Fahrrad und zwei Big Macs herankeuchen? Oder von der Gewerkschaft der Reinigungskräfte, der Saisonangestellten in Küchen und Kellern? Also die Gewerkschaft der vielen Menschen, die fast unsichtbar, leise und schlecht bezahlt unseren Alltag tragen?<BR /><BR />Hoffentlich gibt es da was! Aber davon hört man wenig. Dafür umso mehr – und langsam zu viel – von den Gewerkschaften für den öffentlichen Dienst. Verhandlungsrunde hin und her, Streikdrohungen und Stellungnahmen, Poker um Prozente, am Verhandlungstisch Delegationen so groß wie zwei Fußballmannschaften.<BR /><BR /><embed id="dtext86-69411535_quote" /><BR /><BR />Keine Frage, dass im öffentlichen Dienst ein Inflationsausgleich fällig ist! Aber dann noch die Reduzierung der Arbeitszeiten reinzupacken, Gratis-Öffis für alle Landesangestellten und weiß Gott was sonst noch – da bekommen Angestellte in der Privatwirtschaft dann langsam einen dicken Hals. <BR /><BR />Denn bezahlen muss das öffentliche Wunschkonzert letztlich der Steuerzahler. Wir reden da von einer Packung von bald einer Milliarde Euro! Mit Kosten, die nicht etwa einmal abgezahlt sind und wegfallen, sondern den öffentlichen Haushalt weiterhin belasten.<BR /><BR />In Folge bedeutet das, dass die Luft für bessere Gehälter in der Privatwirtschaft noch dünner wird. Weil große Unternehmen und kleine Betriebe bei jedem Gehalt automatisch noch mehr in den Steuertopf hinüberschieben müssen. <BR /><BR />Also: Klares Ja zum Inflationsausgleich im öffentlichen Dienst. Gerne kann das Land da und dort noch was drauflegen, um diese Stütze der Gesellschaft zu stärken.<BR /><BR />Aber von den Gewerkschaften erwarte ich mir an diesem Punkt mehr Solidarität mit den Frauen und Männern, die in der Privatwirtschaft arbeiten. Und das heißt nicht zuletzt, mit Augenmaß darauf zu schauen, dass der öffentliche Dienst nicht zum Verbrennungsofen von Steuergeldern wird, die andere erwirtschaften müssen.<BR /><BR /> <a href="mailto:martin.lercher@athesia.it" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">martin.lercher@athesia.it</a>