Freitag, 06. September 2019

Vergleich: Wohnbaudarlehen für Erstwohnungen

Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) meldet gute Nachrichten für Wohnungskäufer: ein Blick auf die Zinssätze bei Darlehen für den Kauf der Erstwohnung zeigt, dass diese im Verhältnis zum letzten Jahr erneut gesunken sind. Dabei sind Unterschiede von 1% in diesen 12 Monaten keine Seltenheit. Die Tendenz zeigt, dass die Zinssätze auch weiter sinken könnten.

Die Verbraucherzentrale Südtirol hat einen Vergleich für Wohnbaudarlehen bei Erstwohnungen veröffentlicht.
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Die Verbraucherzentrale Südtirol hat einen Vergleich für Wohnbaudarlehen bei Erstwohnungen veröffentlicht. - Foto: © shutterstock

Im letzten Jahr verlangten Banken für ein Darlehen in Höhe von 100.000 Euro mit Fixverzinsung und mit Laufzeit von 20 Jahren noch 2,56%; jetzt gibt es beispielsweise Angebote mit einem Fix-Zinsatz von 1% - mit einer Einsparung von über 17.500 Euro (was jährlich eine Einsparung von 875 Euro bedeutet). Mit einem solchen Betrag könnte man ein neues Auto kaufen.

Auch bei variablen Darlehen mit gleichen Bedingungen ist das Sparpotential beachtlich: ein Vergleich zwischen dem günstigsten Angebot von 2018 und dem günstigsten Angebot 2019 zeigt ein Sparpotential von ca. 7.750 Euro auf. Für Darlehensnehmer mit älteren (also noch teureren) Darlehen steigt das Sparpotential nochmal entsprechend an.

Genügend Informationen einholen

Die VZS rät: alte, überteuerte Darlehen sollten schnellstmöglich ersetzt werden. Vor übereiligem Handeln sollten jedoch zunächst unbedingt mehrere Angebote eingeholt werden. 3 Südtiroler Banken (Raiffeisenkasse Ritten, Raiffeisenkasse Obervinschgau und Südtiroler Sparkasse) haben aktiv am Vergleich teilgenommen.

Neuverhandeln oder ersetzen?

Mit mehreren Angeboten in der Hand, kann man mit der eigenen Bank den Kontakt suchen. Gelingt es, über eine Neuverhandlung eine bessere Übereinkunft zu finden, beginnt die Einsparung unmittelbar und unkompliziert. Sollte die alte Bank keine Nachbesserung des Zinssatzes vornehmen wollen, können Darlehensnehmer durch eine Umschreibung auf eine andere Bank das teurere Darlehen loswerden.

Das Gesetz sieht vor, dass die Umschreibung innerhalb von 30 Arbeitstagen zu erfolgen hat, sobald der Darlehensnehmer der neuen Bank den Auftrag erteilt, von der alten Bank den genauen Darlehensbetrag zu verlangen (Artikel 120-quarter Bankeneinheitsgesetz). Erfahrungsgemäß dauert der Vorgang dennoch 2 bis 3 Monate.

Die Umschreibung des Darlehens ist kostenlos, und keine Bank darf eine Gebühr, Strafzahlungen oder Spesen dafür verlangen. Voraussetzung für die kostenlose Umschreibung ist, dass das Darlehen „gleich“ bleibt, d.h. an der Restschuld darf sich nichts ändern (die anderen Bedingungen wie Dauer und Zinssatz dürfen sehr wohl geändert werden).

Die Zinssätze (Nominalzinssatz TAN und effektiver jährlicher globaler Zinssatz TAEG, der alle Kosten umfasst) für Darlehen in Höhe von 100.00 Euro mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Die fettgedruckten Banken haben aktiv am Vergleich teilgenommen. 

stol

stol