Freitag, 13. Januar 2017

Verhaftetem VW-Manager droht lange Haftstrafe

Dem in den USA wegen des Skandals um manipulierte Abgaswerte inhaftierten VW-Manager droht eine langjährige Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

Ein Sprecher des US-Justizministeriums teilte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag per E-Mail mit, aufgrund der Anklage wegen Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten, Verstößen gegen Luftreinhaltegesetze und Betrugs bei der Verwendung von Telekommunikationsmitteln könnte Oliver S. möglicherweise zu mehr als zehn Jahren Haft verurteilt werden.

Der VW-Mitarbeiter aus dem mittleren Management war am vergangenen Wochenende im US-Bundesstaat Florida festgenommen worden. Ein dortiger Richter entschied am Donnerstag, dass S. bis zum Beginn seines Prozesses in Haft bleiben soll und eine Freilassung auf Kaution ausgeschlossen ist, wie der Ministeriumssprecher mitteilte. Der Richter begründete dies mit Fluchtgefahr.

Medienberichte, wonach dem VW-Mitarbeiter eine lebenslange Haftstrafe droht, bezeichnete der Sprecher als irreführend. Es sei nicht die übliche Praxis, bei der Strafbemessung „alle Anklagepunkte zusammenzurechnen“. S. wird im Rahmen einer Anklage gegen insgesamt sechs Beschäftigte des Wolfsburger Konzerns in elf Punkten beschuldigt.v

Die übrigen VW-Mitarbeiter halten sich außerhalb der USA auf. Da Deutschland seine Staatsbürger nicht an andere Länder ausliefert, befinden sie sich außerhalb der Reichweite der US-Justiz. S. war hingegen für einen Weihnachtsurlaub nach Florida gereist. Er wurde kurz vor seiner geplanten Rückreise am Flughafen von Miami festgenommen.

apa/afp

stol