Früher wusste man, dass im Hochsommer, im Dezember und an den Wochenenden mehr los ist auf den Straßen. Jetzt aber scheinen Staus an der Tagesordnung zu sein – allein am vergangenen Wochenende kam es, wie berichtet, im Wipptal zu einem Verkehrskollaps. Wir haben uns bei den Wipptalern umgehört, wie sie die Situation erleben. <b>Von Alexandra Geyr</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1085481_image" /></div> <b><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Peter Stürz</b> (im Bild oben) fährt als Handelsvertreter beruflich 2 bis 3 mal in der Woche von Brixen bis zum Brenner; für ihn wird es jedes Mal zu einer Herausforderung, seinen Terminen nachzukommen. „Meist starte ich bereits um 6 Uhr, ich meide die Autobahn, weil ich in Sterzing vor der Ausfahrt bereits im Stau stehe. Ich bitte meine Kunden ihre Ware für 2 Wochen zu bestellen, da mittlerweile auch eine rechtzeitige Lieferung problematisch ist. Früher bin ich mit meiner Frau gerne am Wochenende nach Innsbruck zum Einkaufen gefahren, aber das machen wir schon lange nicht mehr“, so Stürz.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1085484_image" /></div> <b><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Krissi Lancos</b> (im Bild) betreibt in Sterzing ein Bistro in der Nähe der Autobahnausfahrt, ihr bietet sich jedes Wochenende dasselbe Bild: Stau wohin das Auge reicht. „Ich hatte 10 Jahre lang eine Bar am Brenner. Ich selbst wohne in Mareit. Bei dem aktuellen Verkehrsaufkommen wäre eine tägliche Hin- und Rückfahrt undenkbar. Ich fahre seit über einem halben Jahr nicht mehr nach Innsbruck, was ich früher sehr oft tat, ich habe seit 19 Jahren das erste Mal keine Vignette mehr. Für was denn auch?“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1085487_image" /></div> <b><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Susanne Egger</b> (im Bild) aus Sterzing wollte am vergangenen Samstag von der Sterzinger Neustadt in die Brennerstraße nördlich der Rosskopf Seilbahn. „Ich nahm das Auto, weil ich etwas transportieren musste. Auf der Straße aber stand alles. In der Kitzbühlstraße gelang es mir endlich umzudrehen. Ich bin dann über Thuins nach Hause gefahren und brauchte für eine Gesamtstrecke von 15 Minuten über eine Stunde. Und das umsonst. So kann es nicht mehr weitergehen, von Lebensqualität kann man da nicht mehr sprechen“, ärgert sich Egger. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1085490_image" /></div> <b><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Werner Hohenegger</b> (im Bild), gebürtig vom Ritten, wohnt seit über 20 Jahren in Sterzing und ist in seiner Freizeit begeisterter Schauspieler. „Ich bin von Natur aus ein pünktlicher Mensch, ich plane meine Fahrten immer sehr genau. Leider kann man derzeit nichts mehr planen – heuer bin ich mehrmals zu Proben am Ritten zu spät gekommen. Das gab es in 20 Jahren noch nie. Ich frage mich: Warum müssen während der Hochsaison zusätzlich zum Verkehr auch noch mehrere Baustellen sein?“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1085493_image" /></div> <b><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Andreas Wild</b> (im Bild) wohnt in Ritzail in der Gemeinde Freienfeld und arbeitet in Matrei am Brenner, seine Frau in Innsbruck. „Wir fahren 5 mal die Woche über den Brenner, um zu unserer Arbeit zu gelangen. Bis auf die letzten 2 Wochen hatten die Hinfahrten ganz gut funktioniert, wir starten aber auch schon um 7 Uhr und haben alles bis ins Kleinste organisiert. Ein Auto lassen wir am Bahnhof in Freienfeld stehen, ein Auto bleibt in Matrei stehen, bis Innsbruck fährt meine Frau mit dem Zug. Gott sei Dank habe ich ein Firmenauto mit dem entsprechenden Nummernschild, sonst dürfte ich die Autobahn bis Matrei nicht verlassen. Problematisch sind die Rückfahrten nach Hause, denn ich hole meine Kinder täglich vom Bahnhof in Freienfeld ab – eine Tochter besucht die Schule in Brixen, die andere in Mühlbach. Wir haben uns für die Zukunft schon überlegt, mit einem Auto nur mehr bis zum Brenner zu fahren, denn auf österreichischer Seite sind derzeit 3 Baustellen und ampelgeregelt. Mit einer perfekten Planung funktioniert es meist, aber es ist sehr mühsam und zehrt an den Nerven.“