Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene rückt mit der Fertigstellung des Brennerbasistunnels näher. Bis dahin gibt es jedoch nur 2 Möglichkeiten, Waren über den Brenner zu transportieren: Über die Brennerautobahn, die durch die Luegbrücke stark eingeschränkt ist, oder mit der Rollenden Landstraße (RoLa), bei der Lkw samt Fahrer per Bahn befördert werden.<BR /><BR />Aktuell ist die RoLa hauptsächlich zwischen Wörgl und Brennersee in Betrieb. Doch diese Strecke ist laut den Handelskammern wirtschaftlich ineffizient. Trotz hoher Förderungen bleibt die Nachfrage deshalb gering.<h3> Ungenutztes Potenzial zwischen Brenner und Trient</h3>Der Weitertransport nach Trient wird bislang kaum genutzt. Rail Cargo, der einzige Anbieter von RoLa-Diensten, betrieb 2024 lediglich ein Zugpaar pro Tag – mit einer Kapazität von 42 Lkw pro Tag (21 pro Richtung) an 6 Tagen pro Woche.<BR /><BR />„Das Potenzial des Güterverkehrsterminals in Trient muss unbedingt ausgeschöpft werden“, fordern Michl Ebner und Andrea De Zordo, die Präsidenten der Handelskammern von Bozen und Trient. Experten schätzen, dass bereits jetzt 12 Zugpaare täglich von Trient abfahren könnten. Dadurch ließe sich die Kapazität auf 183.960 Lkw pro Jahr steigern – ein erheblicher Unterschied zu den 13.104 Lkw im Jahr 2024.<BR /><BR />„Zudem müssen auch die Kapazitäten der Terminals in Österreich und Deutschland sowie in Verona erhöht werden, damit die Bahn wieder konkurrenzfähig zur Straße wird“, so Ebner und De Zordo weiter.<h3> Effizienter: Unbegleiteter Warentransport</h3>Noch wirtschaftlicher wäre der unbegleitete kombinierte Warentransport, bei dem Container ohne Lkw und Fahrer über längere Strecken per Bahn transportiert werden. Zukunftsfähig wäre jedoch nur ein Korridor von München bis Verona, so die Handelskammern.