„Die Qualität ist schlecht, die Zeitfenster zum Mähen und Einbringen sind kurz – und der durchnässte Boden in den Hängen sind extrem gefährlich“, fasst Alberich Hofer, Bergbauernvertreter im Bauernbund, zusammen. Und das im gesamten Land. <h3> Die Zeit drängt</h3>In den tieferen Lagen bis auf etwa 1100, 1200 Meter Meereshöhe, so weiß Hofer, haben Südtirols Landwirte den ersten Schnitt schon eingefahren. <BR /><BR />In den höheren Lagen stehen die Bauern sozusagen in den Startlöchern, um ebenfalls die erste Heuernte einzubringen. Dazu bräuchte es aber eine längere Regenpause und Sonne zum Trocknen – und das ist in den allernächsten Tagen nicht zu erwarten. „Bis Sonntag ist wohl nichts zu machen“, bedauert Hofer daher. Dabei drängt die Zeit. Und das um so mehr, als viele Grünlandwirte die Landwirtschaft im Nebenerwerb betreiben. <h3> „Qualität hat stark gelitten“</h3> Der viele Niederschlag seit Ostern hat das Gras zwar durchaus wachsen lassen, aber „die Qualität hat stark gelitten“, sagt Hofer. Das gelte für die tieferen Lagen wie für die höheren, und für ganz Südtirol vom Pustertal bis in den Vinschgau.<BR /><BR />„Oben schaut es noch ganz gut aus, aber darunter, das untere Drittel der Pflanzen fault zusammen und die Nährstoffe sind weg“, erklärt Hofer. Das könne man zwar trocknen und einbringen, „aber es hat den gleichen Nährwert wie Stroh“, erklärt er. Zudem wachse bei diesen Bedingungen das Unkraut besonders gut „und das gute Zeug langsamer“. Als Futter ist diese Ernte buchstäblich mager. „Und wir müssen das dann beim Füttern ausgleichen, etwa Eiweiß zusetzen oder mit Kraftfutter auffangen“, erklärt Hofer. <h3> Durchweichte Hänge bergen Gefahr</h3>Doch der viele Regen der vergangenen Wochen birgt noch eine Gefahr, die dem Bergbauernvertreter reichlich Sorgen macht: „Mit den Maschinen ist es jetzt extrem gefährlich in den steilen Hängen“, warnt er. <BR /><BR />Der Boden sei völlig durchweicht, er mahnt daher „auf die Befahrbarkeit zu achten“. Auch Wiesen und Felder, die man bisher jedes Jahr befahren konnte, könnten heuer zu riskant sein. Zumal auch die Reifen auf dem schmierigen Gras keinen Halt finden würden. „Die Profile greifen da nicht“, weiß Hofer. Um Unfälle zu vermeiden, sei es im Zweifel besser, heuer mehr mit der Hand als mit Maschinen zu bearbeiten: „Eine kaputte Maschine bedeutet großen Schaden, gar nicht zu reden von den Gefahren für Leib und Leben!“<BR /><BR />Seine Sorge ist wohl umso berechtigter, als die Zeit für die Heuernte drängt, gleich aus mehreren Gründen. „Man kann den ersten Schnitt nicht so weit nach hinten schieben, sonst verschieben sich auch die weiteren und man riskiert den letzten Schnitt“, erklärt der Bergbauer. Zudem gehen die Futterreserven aus dem Vorjahr zu Neige – und bis die neue Ernte verfüttert werden kann, braucht es noch einmal 6 Wochen im Stadel, „frisch kann man es nicht verfüttern“.<BR /><BR />Und weil die meisten Grünlandwirte die Landwirtschaft im Nebenerwerb machen, kommen sie auch dadurch in Zeitnot. „Für viele ist das Zeitfenster eng, das sie für die Heuernte haben“, weiß Hofer – und hofft auf trockenes, sonniges Wetter, „am besten mit ordentlich Wind“.