Die Monatsbilanz wird durch das Kursplus aber nur wenig aufgehellt: Mit einem Minus von mehr als 20 Prozent war es für den deutschen Leitindex einer der verlustträchtigsten Monate seiner Geschichte. Nur der September 2002 fiel wegen der Furcht vor einem Konjunkturabschwung und dem heraufziehenden zweiten Irak-Krieg mit einem Verlust von 25,4 Prozent noch schlechter aus.Die Angst vor einem Rückfall in eine globale Rezession sowie die Schuldenkrisen in Europa und den USA haben dazu geführt, dass der August nicht nur für den Dax zu einem der schlimmsten Börsenmonate seit Jahren wird. So wird der MSCI World Stock Index mit einem Minus von gut acht Prozent wohl die höchsten monatlichen Verluste seit Mai vergangenen Jahres einfahren. Ein August lief zuletzt im Jahr 1998 so schlecht.Besonders groß war der Vertrauensverlust bei den Finanzinstituten. Europäische Bankaktien sind dabei, ihren höchsten Monatsverlust seit Oktober 2008 einzufahren. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank haben im August rund 28 Prozent an Wert verloren, die Papiere der Commerzbank rund 23 Prozent.Dennoch: Keine EntwarnungTrotz der Gewinne am Mittwoch, die Börsianer mit den Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Federal Reserve begründeten, sahen Experten keinen Grund zur Entwarnung. „Rein technisch gesehen befindet sich der Dax weiter in einem übergeordneten Abwärtstrend“, sagte Helaba-Aktienstratege Christian Schmidt. „Das wird so lange so bleiben, bis die Marke von 6.100 Punkten nachhaltig genommen ist.Das am Vorabend veröffentlichte Protokoll zum jüngsten Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed) sorgte für Kauflaune unter den Anlegern. Daraus ging hervor, dass einigen ranghohen Währungshütern die Festlegung auf eine langfristige Null-Zins-Politik zur Ankurbelung der klammen Wirtschaft nicht weit genug ging. Deshalb wurde unter anderem diskutiert, den niedrigen Zins an das Erreichen einer bestimmten Beschäftigungsquote zu koppeln.“Offensichtlich ist eine kleine Mehrheit für aggressive Maßnahmen„, sagte Helaba-Experte Schmidt. “Deshalb steigen jetzt die Erwartungen an das Treffen im September. Man glaubt, dass die Fed der Heilsbringer sein wird.„ Die US-Notenbank hat ihr September-Treffen auf zwei Tage verlängert, um ausführlich über neue Stützungsmaßnahmen zu beraten.Unterstützend wirkten zudem Daten vom US-Arbeitsmarkt: Zwar blieben die August-Zahlen des privaten Anbieters ADP hinter den Prognosen zurück, an den Finanzmärkten sei aber mit noch schlechteren Daten gerechnet worden, sagte ein Börsianer. An den US-Börsen zeichnete sich ein festerer Handelsstart ab.apa/reuters