Denn: Verstanden zu werden ist ein Urbedürfnis des Menschen. <BR /><BR />Wir fühlen uns von Menschen, die uns verstehen, unglaublich angezogen. Manchmal heiraten wir sie sogar. Dabei geht es nicht um das sprachliche Verstehen, sondern um eine tiefere Form der Verbundenheit, die durch das Verstehen entsteht. <BR /><BR /> „Ich verstehe dich“ ist somit eine Zauberformel, die in vielen kritischen Situationen Wunder wirken kann. Allerdings gilt es, diesen Satz nicht nur als Floskel zu verwenden. Denn Floskeln sind wie abgelaufene Medikamente: Sie wirken nicht und sind manchmal sogar schädlich. Das Verständnis muss von Herzen kommen, dann ist seine Wirkung unmittelbar und stark.<h3> Verstehen Sie Kritiker</h3>Wenn wir kritisiert werden, greifen wir gerne auf unsere Ur-Instinkte zurück: Gegenangriff, Flucht und Verteidigung. Meist sind diese Reaktionen in unserer heutigen Zeit jedoch unproduktiv.<BR /><BR />Wenn wir ernsthaft versuchen, uns in den anderen hineinzuversetzen, gelingt es uns häufig, seinen Standpunkt zu verstehen. Und das können wir auch zum Ausdruck bringen: „Ich verstehe Sie. Ich kann nachvollziehen, dass diese Situation für Sie unangenehm ist... .“<h3> Verstehen Sie Schreihälse</h3>Das Gefühl, nicht verstanden zu werden, kann uns in tiefe Krisen stürzen. Es macht uns aggressiv und wir werden laut. Denn dann versteht uns der andere besser – glauben wir zumindest. <BR /><BR />In Wirklichkeit versteht uns das Gegenüber immer weniger, wenn wir laut werden. Denn nun hört er nur mehr unseren Ton, aber nicht mehr unseren Inhalt. Äußern Sie deshalb Verständnis, dann braucht der andere nicht zu schreien. Beim Wiederholungstäter vielleicht auch mit der Intensiv-Variante: „Ich verstehe dich – auch wenn du in einer normalen Lautstärke mit mir redest.“<h3> Verstehen Sie ohne „aber“</h3>„Ich verstehe Sie, aber Sie müssen auch mich verstehen“: Ein solcher Satz kommt nicht als Verständnis an. Das Wort „aber“ ist ein rhetorischer Radiergummi und löscht das Verständnis wieder aus. Schlucken Sie also dieses Unwort: „Ich verstehe Sie, bitte verstehen Sie auch meine Situation.“<h3> Verstehen heißt nicht Recht geben</h3>„Sie haben Recht“ ist eine gänzlich andere Äußerung als Verständnis zu zeigen. Denn hiermit positionieren Sie sich. Das kann im weiteren Gespräch gegen Sie verwendet werden. Verstehen ist inhaltlich neutral und Sie können trotzdem Ihre Meinung weiter vertreten.<h3> Verstehen Sie etwas länger</h3>Damit Ihr Verständnis ankommt, sollte es mehr als 3 Worte umfassen. Denn manchmal kommt es auch auf die Länge an. Verpacken Sie also das, was Sie verstanden haben, in 2 bis 3 Sätze. Dann wirkt Ihr Verstehen auch echt. „Ich verstehe Sie. Das ist sicher schwierig für Sie in dieser Situation.“ <BR /><BR />Übrigens: Auch in Beziehungsgesprächen wirkt Verständnis sehr schnell beruhigend auf den Partner. Denn verstehen heißt heilen.<BR /><BR />* Bernhard Ahammer ist Kommunikationstrainer für die Firma Comment-Kommunikationsentwicklung.