Freitag, 09. März 2018

Versuchszentrum Laimburg: Projekt PinoBlanc

Das Versuchszentrum Laimburg hat vor etwas mehr als einem Jahr mit dem Projekt PinotBlanc begonnen. Anfang März konnten die ersten agronomischen und önologischen Ergebnisse des EFRE-Projekts PinotBlanc präsentiert und die Versuchsweine verkostet werden.

Anfang März konnten die ersten Ergebnisse des EFRE-Projekts PinotBlanc präsentiert und die Versuchsweine verkostet werden. - Foto: © Versuchszentrum Laimburg
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Anfang März konnten die ersten Ergebnisse des EFRE-Projekts PinotBlanc präsentiert und die Versuchsweine verkostet werden. - Foto: © Versuchszentrum Laimburg

Wenig mehr als ein Jahr nach dem Beginn des Projekts PinotBlanc hat das Versuchszentrum Laimburg im Rahmen eines Informationsabends die Ergebnisse aus dem ersten Untersuchungsjahr präsentiert. Das Projektteam um Projektleiter Florian Haas stellte die vorläufigen Anbaudaten vor, erläuterte die Eigenschaften des Rebwachstums und präsentierte erste Ergebnisse der Weinbereitung.

Darüber hinaus wurden die ersten aus dem Projekt resultierenden Versuchsweine verkostet. An der Veranstaltung nahmen die Besitzer der Grundstücke, auf denen die Untersuchungen des Projekts durchgeführt werden, sowie die Kellermeister und Weinbaubeauftragten der Kellereigenossenschaften Tramin, Eppan, Terlan und Nals-Margreid teil. 

Das Projekt PinotBlanc

Wie man die Qualität des Weißburgunders steigern und diese Sorte im alpinen Weinbau fördern könnte, soll das Projekt PinotBlanc ergründen. Das auf drei Jahre angelegte Projekt PinotBlanc wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ 2014–2020 gefördert.

Qualitätssteigerung durch gezielte Nutzung verschiedener Höhenlagen

Ein möglicher Weg, um die Qualität des Weißburgunders zu sichern und potenziell zu steigern, könnte ein Ausweichen in höhere und kühlere Weinbaulagen sein. Durch die Alpen habe Südtirol die Möglichkeit Weinbau in höheren Lagen zu betreiben und durch Verschnitte dieser Berglagen mit den Tallagen sehr komplexe Weine zu erzeugen, lautet die Einschätzung von Projektleiter Florian Haas. 

Darum analysieren die Wissenschaftler im Projekt die wichtigsten Inhaltsstoffgruppen des Weißburgunders und ihre Abhängigkeit von Höhenlage und Lesezeitpunkt. Die Ergebnisse sollen künftig in Standortwahl, Anbau- und Vinifikationstechnik des Südtiroler Weißburgunders mit einfließen. Viel versprechen sich die Forscher insbesondere von den Erkenntnissen zu den Auswirkungen höherer Anbaulagen auf den Weißburgunder.

Die ersten Ergebnisse des Projekts bestätigen die Hypothesen der Forscher: Bei PinotBlanc-Weinen aus Trauben, die in höheren Lagen angebaut wurden, wurden bei gleicher Zuckerkonzentration höhere Säurewerte gemessen. Erste Hinweise also, dass der Anbau in Höhenlagen tatsächlich der Ausprägung der typischen Weißburgunder-Stilistik zugutekommt.

Der erste Versuchszyklus

Acht Parzellen in unterschiedlichen Höhenlagen zwischen 600 und 700 Meter Meereshöhe in 4 Südtiroler Gemeinden (Eppan, Tramin, Nals und Terlan) haben die Forscher des Versuchszentrums Laimburg untersucht. Sie haben Daten zur Luft- und Bodentemperatur, zu den Eigenschaften und zur Zusammensetzung des Bodens, der Blätter und der Trauben sowie zum Wachstum der Rebsorte gesammelt.

„Die Kombination aus agronomischen, chemischen, önologischen und sensorischen Daten, die wir sammeln und auswerten, ermöglicht es uns, den Weinbauern konkrete und objektive Empfehlungen zu geben, um den Weißburgunder zu fördern und zu verbessern und Südtirol auch international immer wettbewerbsfähiger zu machen“, erklärt Projektleiter Florian Haas.

Enge Zusammenarbeit mit der Südtiroler Weinwirtschaft

Am Projekt PinotBlanc beteiligt sind die Arbeitsgruppen Physiologie und Anbautechnik im Weinbau, Önologische Verfahren und Wissenstransfer sowie das Labor für Aromen und Metaboliten des Versuchszentrums Laimburg. Bei der Planung und Durchführung des Projekts arbeitet das Versuchszentrum Laimburg eng mit dem Konsortium Südtiroler Wein, dem Verband der Kellermeister sowie der Sektion Südtirol des nationalen Verbands der Önologen und Weintechniker (Assoenologi Sezione Alto Adige) zusammen; darüber hinaus sind mehrere Kellereigenossenschaften und Weingüter direkt in das Projekt eingebunden.

stol

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