„Es gibt mehrere Möglichkeiten“, sagt Tschenett zu s+.<BR /><BR />„Die Situation in Südtirol ist momentan leider so, dass viele Arbeitnehmer mit ihrem Lohn nicht mehr über die Runden kommen“, sagte der ASGB-Vorsitzende in einem Interview mit s+. Dies betreffe nicht nur eine Berufskategorie, sondern ziehe sich durch viele Berufe, so Tschenett. Das Problem seien derzeit vor allem die hohen Lebenshaltungskosten, bedingt durch die Preissteigerungen bei Strom- und Heizung, aber auch die gestiegenen Lebensmittelpreise. „Die Löhne sind gleichzeitig aber nicht gestiegen“, so Tschenett. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-52754122_quote" /><BR /><BR /><BR /><BR />Aber nicht nur die Löhne, auch die Renten seien in Italien und damit auch in Südtirol viel zu niedrig, sagt er. Wenn die Politik nicht dringend etwas unternehme, dann drohe der Armutsanteil in Südtirol deutlich anzusteigen, so der ASGB-Vorsitzende. <BR /><BR />Was aber könne man dagegen tun? „Es gibt mehrere Möglichkeiten“, sagt Tschenett zu s+. „Vorrangig und dringend nötig ist, dass der Staat den Bürgern – je nach Einkommen – einen Beitrag gibt, um die hohen Strom- und Heizungskosten zahlen zu können.“ Auch das Land habe diesbezüglich Möglichkeiten und sollte eingreifen, fordert der Gewerkschafter. <BR /><BR />Denn: „Es gibt zwar einen Strom- und Gasbonus, aber die Kriterien, die man erfüllen muss, um in Genuss dieser Boni zu kommen, sind so ausgelegt, dass kaum jemand das Geld erhält“, sagt Tschenett. Will heißen: Die ISEE-Kriterien seien derart niedrig angelegt, dass ein ganz großer Teil der Bürger mit ihrem Einkommen zu hoch ist. <BR /><BR />Ein weiterer Punkt, sagt Tschenett, sei die Inflationsanpassung. „Bei den Löhnen ist jahrelang nichts passiert, sei es im Privatbereich, als auch im öffentlichen Bereich.“ Während die Preise dauernd steigen, würden die Löhne stagnieren. „Wie soll denn da ein normaler Arbeitnehmer irgendwann noch seine Miete bezahlen und eine Familie ernähren können“, fragt sich der ASGB-Vorsitzende. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-52754126_quote" /><BR /><BR /><BR />Doch nicht nur die Politik sei gefragt: „Auch die Sozialpartner müssten sich endlich an einen Tisch setzen, um die Kollektivverträge an die aktuelle Situation anzupassen.“ Auch was die Familienunterstützung anbelange, so habe das Land noch einige Möglichkeiten, die es auszuschöpfen gelte, sagt Tschenett. <BR /><BR />Was auch getan werde, es müsse dringend passieren, sagt der ASGB-Vorsitzende: „Wenn wir die Situation der Arbeitnehmer vor der Pandemie mit der aktuellen vergleichen, dann hat sich die Situation deutlich verschlechtert.“ <BR /><BR />Und es könne nicht, sein, so Tschenett, dass ein reiches Land wie Südtirol es zulässt, dass der Armutsanteil in der Gesellschaft deutlich steigt. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />